Humanoide laufen in Peking Halbmarathon-Rekord
Beim zweiten Roboter-Halbmarathon in Peking sind Humanoide der menschlichen Bestzeit erstmals davongelaufen. Die ferngesteuerte Version des Roboters «Blitz» aus dem Team des Smartphone-Herstellers Honor erreichte nach 48 Minuten und 19 Sekunden die Ziellinie – trotz eines Sturzes kurz vor Schluss.
Da das Reglement für ferngesteuerte Systeme Strafzeit vorsieht, wurde die Zeit auf rund 57 Minuten korrigiert. Den offiziellen Sieg holte sich deshalb die autonom laufende «Blitz»-Version mit 50 Minuten und 26 Sekunden. Laut GMX verfolgten zahlreiche Zuschauer das Rennen entlang der Strecke, auf der Roboter und Menschen strikt getrennt unterwegs waren.
Menschlicher Weltrekord klar unterboten
Die bisherige Roboter-Bestmarke von «Tiangong Ultra» aus dem Vorjahr (2:40:42 Stunden) wurde deutlich unterboten. Zum Vergleich: Der menschliche Halbmarathon-Weltrekord liegt bei 57 Minuten und 20 Sekunden – und wurde damit von den Maschinen klar geschlagen.
In diesem Jahr nahmen fünfmal mehr Entwicklerteams aus Unternehmen und Hochschulen teil. Dutzende Humanoide gingen an den Start, einige stürzten oder kollidierten mit Begrenzungen.
China treibt verkörperte KI sichtbar voran
In China sind humanoide Roboter längst Teil von Messen, TV-Shows und öffentlichen Demonstrationen. Die Regierung fördert gezielt sogenannte verkörperte Künstliche Intelligenz, um technologisch eine Führungsrolle einzunehmen.
Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch ein Unitree-Roboter in Polen, der Wildschweine vertrieb. Das Unternehmen Unitree Robotics gilt als Vorreiter der Branche.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Warum Roboter überhaupt einen Halbmarathon laufen
Laut Lorenzo Masia von der Technische Universität München ist ein solcher Lauf ein extremer Härtetest für die Systeme. 21 Kilometer verlangten effiziente Fortbewegung, Energiemanagement, thermische Stabilität, Sensorik und eine zuverlässige Steuerung über lange Zeiträume.
Die Entwickler würden dadurch gezwungen, Engpässe wie Batterieleistung, Haltbarkeit der Antriebe, Echtzeitsteuerung und Fehlertoleranz gezielt zu verbessern.
Mögliche Einsätze im Alltag und in Gefahrensituationen
Der China-Experte Liu Xingliang betont, es gehe nicht um Geschwindigkeit, sondern um den Weg zu nützlichen Robotern. Denkbare Einsätze liegen im Servicebereich, in Haushalten zur Unterstützung älterer Menschen oder in gefährlichen Umgebungen wie Bränden und Rettungseinsätzen.






