Ein Fall von dreistem Versicherungsbetrug erschüttert die Schweiz.
15 Personen sollen systematisch Arbeitsunfälle vorgetäuscht haben – Schaden: über eine halbe Million Franken.
Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat nun Anklage erhoben.
So lief die Betrugsmasche ab
Laut Staatsanwaltschaft St. Gallen begann alles im Sommer 2021.
Haupttäter: 51-jähriger Portugiese aus dem Rheintal
Methode: Vortäuschen von Arbeitsunfällen
Mit dabei: 14 Mittäter aus Portugal, Deutschland und Grossbritannien
Der Haupttäter soll gefälschte Lebensläufe genutzt haben, um seine Komplizen über Personalvermittlungen in Jobs zu bringen. Kurz nach Stellenantritt gaben sie Arbeitsunfälle vor – inklusive simulierten Verletzungen.
Die Versicherungen zahlten daraufhin Unfalltaggelder, die der Haupttäter über eigens eingerichtete Bankkonten einkassierte.
Höhe des Schadens
Über drei Jahre hinweg erbeuteten die Täter über CHF 575’000.
Mindestens CHF 343’000 soll der Haupttäter selbst behalten haben
Gelder in Höhe von rund CHF 50’000 wurden beschlagnahmt (Schweiz & Portugal)
Mittäter erhielten zwischen EUR 1’000–2’000 monatlich für ihre Rolle
Die Anklage im Detail
Die Staatsanwaltschaft fordert für den Haupttäter:
Freiheitsstrafe: 3 Jahre (14 Monate unbedingt, Rest bedingt mit 4 Jahren Probezeit)
Ersatzforderung: CHF 343’000
Landesverweis: 14 Jahre
Status: befindet sich bereits im vorzeitigen Strafvollzug
Auch die 14 Mittäter (12 Portugiesen, 1 Deutscher, 1 Brite) müssen mit bedingten Freiheitsstrafen und Landesverweisen rechnen.
Ermittlungen und Unschuldsvermutung
Die Ermittlungen wurden durch Hinweise aus dem Umfeld des Haupttäters ausgelöst.
Im Einsatz:
Kantonspolizei St. Gallen
Für alle Beschuldigten gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung.
Ein Netzwerk von Scheinunfällen, ein Haupttäter mit krimineller Energie – und Versicherungen, die lange Zeit betrogen wurden.






