Ein kleiner Test kann grosse Risiken sichtbar machen.
Das Drogeninformationszentrum Zürich zeigt im Jahresrückblick 2025 eine klare Entwicklung: Substanzen werden stärker, Dosierungen höher und die Risiken für Konsumierende nehmen zu.
Besonders auffällig sind Rekordwerte bei MDMA und Kokain.
Rekordjahr für Drug Checking in Zürich
2025 wurden im Drogeninformationszentrum Zürich insgesamt 4685 Substanzproben getestet.
Zusätzlich erhielten 4247 Personen eine Beratung.
Das entspricht einer deutlichen Zunahme im Vergleich zum Vorjahr.
Gründe für den Anstieg
- Erweiterte Öffnungszeiten am Standort Langstrasse
- Höhere Nachfrage nach Drug Checking
- Wachsende Unsicherheit über Inhaltsstoffe
Kokain: Höchste Reinheit seit Messbeginn
Ein zentraler Befund betrifft Kokain.
Mit 87,3 Prozent wurde der höchste je gemessene Durchschnittsgehalt registriert.
Gleichzeitig enthielten nur noch 14 Prozent der Proben Streckmittel.
Was das bedeutet
- Höhere Wirkung bei gleicher Menge
- Erhöhtes Risiko für Überdosierungen
- Schwerer einschätzbare Dosierung
MDMA: Extrem hohe Dosierungen im Umlauf
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei MDMA.
Über 90 Prozent der getesteten Substanzen waren zu hoch dosiert.
Die höchste getestete MDMA-Pille enthielt 394,5 Milligramm – ein neuer Rekordwert.
Zum Vergleich: Eine übliche Maximaldosis liegt bei rund 120 Milligramm für einen erwachsenen Mann.
Risiken einer Überdosierung
- Überhitzung des Körpers
- Kreislaufprobleme
- Erhöhter Hirndruck
- Lebensbedrohliche Organbelastung
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Amphetamine und neue Substanzen im Trend
Auch bei Amphetaminen zeigt sich eine Verschiebung.
Fast die Hälfte aller Proben ist hoch bis sehr hoch dosiert.
Zudem nehmen neue Substanzgruppen zu:
- Ketamin
- Synthetische Cathinone
Diese Substanzen werden häufiger im Freizeitkonsum beobachtet.
Synthetische Opioide weiterhin selten, aber gefährlich
Synthetische Opioide bleiben im Zürcher Drug Checking selten.
Fentanyl wurde 2025 nicht nachgewiesen.
Eine Ausnahme war eine als Oxycodon deklarierte Tablette, die ein hochpotentes synthetisches Opioid enthielt.
Besonders problematisch:
- Verkauf über Darknet-Shops
- Täuschend echte Verpackungen
- Hohe Gefahr einer tödlichen Überdosierung
Anabolika: Risiko in der Fitnessszene
Seit 2023 testet das DIZ auch Anabolika.
2025 wurden 105 Proben untersucht.
Fast ein Viertel davon waren Fälschungen.
Gesundheitsrisiken
- Herz- und Leberschäden
- Hormonstörungen
- Abhängigkeitspotenzial
- Nierenschäden
Wer nutzt das Drug Checking?
Die Auswertung zeigt ein klares Bild der Nutzerschaft.
- 82 Prozent Männer
- 16 Prozent Frauen
- 2 Prozent divers
Weitere Erkenntnisse
- Durchschnittsalter: 35 Jahre
- Jüngste Person: 14 Jahre
- Älteste Person: 80 Jahre
Beschaffung erfolgt meist im sozialen Umfeld oder online.
Fazit: Substanzen werden unberechenbarer
Der Jahresrückblick 2025 zeigt eine klare Entwicklung: Drogen werden stärker, reiner und damit auch schwerer kalkulierbar.
Drug Checking bleibt ein zentrales Instrument der Schadensminderung.







