So wenige Tiere wie noch nie seit 1983: Die Zahl der Tierversuche in der Schweiz ist 2024 deutlich gesunken.
Doch gleichzeitig stieg die Zahl der stark belastenden Eingriffe auf den höchsten Stand seit 25 Jahren.
522 636 Tiere im Einsatz
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 522 636 Tiere in Tierversuchen eingesetzt – ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber 2023.
Schweregrad 0 (keine Belastung): 36 %
Schweregrad 1 (leicht): 30 %
Schweregrad 2 (mittel): 29 %
Schweregrad 3 (stark belastend): 5 %
Während die Zahlen in den Stufen 0–2 sanken, stieg der Schweregrad 3 auf 27 380 Tiere – so viele wie zuletzt Ende der 1990er-Jahre.
Mäuse am häufigsten betroffen
Wie in den Vorjahren waren Mäuse die meistgenutzte Tierart:
67 % aller Tiere
91 % der Tiere in Versuchen mit Schweregrad 3
Weitere Entwicklungen:
Fische: -30 %
Ratten: -16 %
Schweine: -86 % (im Vorjahr außergewöhnlich viele)
Forschungsschwerpunkte
Rund 72 % aller Tiere wurden für die Erforschung von Krankheiten beim Menschen eingesetzt.
Krebsforschung: ca. 127 000 Tiere
Neurologische & psychische Erkrankungen: ca. 58 000 Tiere
Die Grundlagenforschung macht mit 62 % den grössten Anteil aus.
Förderung von Alternativen
Die Schweiz verpflichtet Forschende zum 3R-Prinzip:
Replace: Tierversuche durch Alternativen ersetzen
Reduce: Anzahl der Tiere reduzieren
Refine: Belastungen minimieren
Seit 2022 läuft das Nationale Forschungsprogramm „Advancing 3R“ (NFP 79), das Alternativen zu Tierversuchen stärker fördert.
Neues BLV-Dashboard
Ab 2024 sind die Daten der Tierversuchsstatistik auf einem interaktiven Dashboard des BLV abrufbar. Es ermöglicht eine detaillierte und nutzerfreundliche Auswertung – und ersetzt die bisherige Website.
Weniger Tiere, aber mehr stark belastende Versuche – die Statistik 2024 zeigt ein gemischtes Bild.







