Nach Sturm „Elli“ geht kaum etwas – Frust, Warten und teure Alternativen
Der Wintersturm „Elli“ hat Norddeutschland weiter fest im Griff. Auch wenn die Schneefälle inzwischen nachgelassen haben, herrscht am Hamburger Hauptbahnhof Ausnahmezustand. Zahlreiche Reisende sitzen fest, Züge fallen reihenweise aus, Alternativen sind rar – und die Stimmung kippt.
Überfüllte Bahnsteige und gestrichene Abfahrten
Koffer stehen dicht an dicht, Menschen sitzen auf ihren Taschen oder lehnen an Anzeigetafeln, die mehr Ausfälle als Abfahrten anzeigen. Für viele ist der Hamburger Hauptbahnhof zum unfreiwilligen Aufenthaltsort geworden.
Manche Reisende schafften es bereits in einen Zug – nur um kurz darauf wieder aussteigen zu müssen. André De Bray, der nach Göttingen wollte, berichtet von chaotischen Zuständen:
„Es wurden nur noch Leute mit Sitzplatzreservierung mitgenommen. Der Gang war völlig überfüllt, es gab Streit, am Ende mussten wieder Menschen aussteigen.“
Für ihn bleibt nur eine teure Notlösung: Taxi statt Zug.
Laut gmx.net bleibt der Fernverkehr nach dem Wintersturm massiv eingeschränkt, insbesondere auf zentralen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen.
Taxi-Boom durch Bahn-Chaos
Von der Not der Reisenden profitieren unfreiwillig andere. Taxifahrer Mojtaba Walizade erlebt einen der arbeitsreichsten Tage des Jahres:
„Die Bahn versagt momentan. Viele Züge fahren nicht – wir fahren die Leute quer durchs Land.“
Fahrten über mehrere hundert Kilometer sind keine Seltenheit mehr.
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Gestrandet seit Tagen
Für einige dauert das Chaos bereits mehrere Tage.
Momo Cavli, der nach Berlin wollte, zeigt sich fassungslos:
„Ich bin seit zwei Tagen hier gestrandet. Es gibt keine einzige Verbindung.“
Auch Cano, der nach Leipzig reisen wollte, wartet seit dem frühen Morgen vergeblich auf eine Abfahrt. Andere geben entnervt ganz auf – wie Norma Nagorsnik, deren Reise nach Prag endgültig abgesagt wurde:
„Gestern und heute alles ausgefallen. Die Laune ist im Keller.“
Hoffnungsschimmer im Reisezentrum
Viele setzen ihre Hoffnung auf das Reisezentrum der Deutschen Bahn. Die Schlangen sind lang, die Geduld knapp. Daniela Göbel, unterwegs mit ihren Kindern nach Frankfurt, wartet seit fast einer Stunde:
„Ich erwarte, dass ich wenigstens einen Sitzplatz bekomme.“
Doch auch hier müssen Mitarbeitende immer wieder erklären, dass Züge wegen Überfüllung geräumt werden mussten.
Bahnverkehr bleibt angespannt
Nach Angaben der Deutschen Bahn bleiben mehrere wichtige Strecken bis mindestens Sonntag stark beeinträchtigt. Betroffen sind unter anderem:
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Berlin – Hannover – Ruhrgebiet
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Hamburg – Hannover – Frankfurt
Als Ausweichroute wird die Verbindung Hamburg – Bremen – Köln – Frankfurt empfohlen. Der Regionalverkehr läuft teilweise wieder an, bleibt jedoch störanfällig. Die S-Bahn Hamburg fährt mindestens im 20-Minuten-Takt.










