Die Zahlen steigen weiter – und sie zeigen ein ernstes Problem.
Psychische Erkrankungen verursachen in der Schweiz immer höhere Kosten. Besonders betroffen bleiben Mädchen und junge Frauen.
Gleichzeitig überrascht ein neuer Trend bei Jungen.
Psychische Behandlungen werden deutlich teurer
Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium hat neue Zahlen zur psychischen Versorgung veröffentlicht.
Demnach stiegen die Versorgungskosten im Bereich der psychischen Gesundheit im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent.
Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort.
Psychische Belastungen gehören inzwischen zu den grössten Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen.
Glücksempfinden bleibt stabil
Trotz der steigenden Behandlungskosten zeigt der Bericht auch eine positive Entwicklung.
Rund 72 Prozent der Bevölkerung gaben an, sich meistens oder ständig glücklich zu fühlen.
Das allgemeine Wohlbefinden blieb damit im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil.
Mädchen und junge Frauen bleiben besonders gefährdet
Vor allem bei Jugendlichen zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Die Hospitalisierungsrate von Mädchen in psychiatrischen Kliniken oder Abteilungen war 2024 mehr als doppelt so hoch wie jene von Jungen.
Expertinnen und Experten beobachten diese Entwicklung seit mehreren Jahren.
Als mögliche Ursachen gelten unter anderem:
- sozialer Druck durch soziale Medien
- Leistungsstress in Schule und Ausbildung
- Zukunftsängste
- Schlafprobleme
- zunehmende psychische Belastungen im Alltag
Besonders Depressionen, Angststörungen und Essstörungen nehmen bei jungen Frauen seit Jahren zu.
Überraschender Trend bei Jungen
Erstmals zeigte sich 2024 jedoch ein stärkeres Kostenwachstum bei Jungen.
Im ambulanten Bereich stiegen die Kosten für psychische Behandlungen bei Jungen bis 18 Jahre um 8,9 Prozent.
Bei Mädchen lag der Anstieg bei 4,9 Prozent.
Das ist bemerkenswert:
Zwischen 2012 und 2023 war das jährliche Kostenwachstum bei Mädchen im Durchschnitt fast doppelt so hoch wie bei Jungen.
Fachleute sehen darin möglicherweise ein Zeichen dafür, dass psychische Probleme bei Jungen häufiger erkannt und behandelt werden.
Warum psychische Erkrankungen zunehmen
Die Ursachen für psychische Belastungen sind komplex.
Gesundheitsexpertinnen und Experten nennen mehrere Faktoren:
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Belastungen im digitalen Alltag
Soziale Medien können Vergleiche, Druck und Unsicherheiten verstärken.
Gerade Jugendliche stehen heute permanent unter Beobachtung – online und offline.
Folgen der Pandemie wirken nach
Auch Jahre nach der Corona-Pandemie berichten Fachpersonen weiterhin von psychischen Langzeitfolgen.
Isolation, Unsicherheit und Zukunftsängste hätten viele junge Menschen nachhaltig belastet.
Fehlende Therapieplätze
In vielen Regionen der Schweiz fehlen weiterhin Therapieangebote.
Betroffene müssen teilweise monatelang auf psychologische Unterstützung warten.
Was die neuen Zahlen zeigen
Überblick 2024
- Versorgungskosten psychische Gesundheit: +6,1 Prozent
- 72 Prozent fühlen sich meistens oder ständig glücklich
- Ambulante Kosten Jungen: +8,9 Prozent
- Ambulante Kosten Mädchen: +4,9 Prozent
- Mädchen weiterhin deutlich häufiger hospitalisiert
Politik und Gesundheitswesen unter Druck
Mit den steigenden Zahlen wächst auch der Druck auf Politik und Gesundheitswesen.
Fachverbände fordern:
- mehr Therapieplätze
- schnelleren Zugang zu psychologischer Hilfe
- stärkere Prävention an Schulen
- mehr Unterstützung für Familien
- bessere Früherkennung psychischer Erkrankungen
Die psychische Gesundheit junger Menschen dürfte in den kommenden Jahren ein zentrales gesellschaftliches Thema bleiben.
Fazit
Die neuen Zahlen zeigen deutlich: Psychische Erkrankungen belasten die Schweiz immer stärker – finanziell und gesellschaftlich.
Besonders Mädchen und junge Frauen gelten weiterhin als Hochrisikogruppe.
Gleichzeitig deutet die Entwicklung bei Jungen darauf hin, dass psychische Probleme dort zunehmend sichtbar werden.
Die Herausforderung bleibt gross: Frühe Hilfe und ausreichend Therapieangebote könnten entscheidend sein, um langfristige Folgen zu verhindern.







