Massive Demonstrationen trotz Internet-Blackout – internationale Spannungen verschärfen sich
In Teheran und zahlreichen weiteren Städten des Iran ist es in der Nacht erneut zu massiven regierungsfeindlichen Protesten gekommen. Trotz einer seit Tagen andauernden Internetsperre gingen Tausende Menschen auf die Strasse und riefen Parolen gegen die Islamische Republik. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer dramatischen Eskalation der Gewalt.
Gewalt gegen Demonstranten nimmt deutlich zu
Die Zahl der Todesopfer ist nach Angaben der Human Rights Activists News Agency (HRANA) innerhalb weniger Stunden stark angestiegen. Demnach kamen mindestens 116 Menschen ums Leben, darunter auch Minderjährige. Zudem wurden über 2.600 Personen festgenommen. Viele Opfer seien durch scharfe Munition oder Gummigeschosse aus kurzer Distanz getötet worden. Auch Angehörige der Sicherheitskräfte befinden sich unter den Toten.
Wie ansa.it berichtet, handelt es sich um die schwersten Unruhen seit Jahren. Menschenrechtsgruppen warnen vor einer systematischen Repression unter dem Schutz der digitalen Abschottung.
Internet seit mehr als 60 Stunden abgeschaltet
Die nach Beginn der Proteste verhängte Internetsperre hält weiterhin an. Laut der Überwachungsorganisation NetBlocks dauert der Blackout inzwischen über 60 Stunden. Kritiker sehen darin einen gezielten Versuch, Informationen über Tote, Verletzte und Festnahmen zu unterdrücken. Hilfsorganisationen warnen, dass die medizinische Versorgung vieler Verletzter dadurch zusätzlich erschwert wird.
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Regierung spricht von ausländischer Einmischung
Die iranische Führung macht die USA für die Proteste verantwortlich. Polizeichef Sardar Radan erklärte, die Sicherheitskräfte hätten die „Hauptverantwortlichen der Unruhen“ festgenommen. Gleichzeitig kündigte die Regierung ein noch härteres Vorgehen gegen Demonstranten an, die als „Feinde des Staates“ bezeichnet werden.
Internationale Spannungen nehmen zu
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten seien bereit, die Protestbewegung zu unterstützen. Teheran reagierte mit scharfen Drohungen und warnte, ein möglicher US-Angriff werde Vergeltungsschläge gegen Israel und US-Militärbasen in der Region nach sich ziehen.
Nach Medienberichten befindet sich Israel in höchster Alarmbereitschaft. Hintergrund sind Gespräche zwischen israelischen und amerikanischen Spitzenpolitikern über mögliche Szenarien einer Eskalation.










