Wut, Trauer und politische Fronten.
Nach dem Tod eines Mannes bei einer Bundesoperation geraten Minneapolis und die US-Regierung erneut in einen offenen Konflikt – mit landesweiten Protesten als Folge.
Nationalgarde nach Protesten angefordert
Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hat offiziell die Nationalgarde zur Unterstützung der lokalen Polizei angefordert. Die Stadt sei erschöpft, erklärte Frey, und brauche zusätzliche Hilfe, um weitere Eskalationen zu verhindern.
Zugleich zeigte er Verständnis für die Wut und das Trauma vieler Einwohner: „Unsere Stadt wird nur leiden, wenn es zu Sachbeschädigung oder Zerstörung kommt“, sagte der Bürgermeister.
Opfer identifiziert: Krankenpfleger aus Illinois
Das Opfer des Vorfalls wurde von Angehörigen als Alex Jeffrey Pretti, 37 Jahre alt, identifiziert. Pretti war Krankenpfleger auf der Intensivstation des US-Veteranenministeriums, US-Staatsbürger und stammte aus Illinois.
Familienangehörige beschrieben ihn als fürsorglichen Menschen, der sich Sorgen über die harte Einwanderungspolitik der Trump-Regierung machte und sich deshalb an Protesten beteiligt hatte. Laut Gerichtsakten hatte Pretti keine Vorstrafen.
Die Ereignisse rund um seinen Tod werden weiterhin untersucht, wie ansa.it berichtet.
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Widersprüchliche Darstellungen zum Einsatz
Bundesbehörden erklärten, Pretti habe sich bewaffnet Beamten genähert. Videoaufnahmen, die in US-Medien analysiert wurden, zeigen jedoch eine andere Abfolge der Ereignisse. Darin ist zu sehen, wie Pretti offenbar versucht, zwischen eine Frau und einen Beamten zu treten, bevor es zu Boden geht und Schüsse fallen.
Das US-Heimatschutzministerium hält dennoch an der Darstellung fest, es habe sich um Notwehr gehandelt. Heimatschutzministerin Kristi Noem verteidigte die beteiligten Beamten ausdrücklich.
Trump verteidigt Einsatz, Kritik an lokalen Behörden
US-Präsident Donald Trump stellte sich öffentlich hinter die Bundesbeamten und bezeichnete sie als „Patrioten“. Gleichzeitig warf er den lokalen Behörden vor, mit ihrer Rhetorik „den Aufruhr zu schüren“ und die Arbeit der Einwanderungsbehörde ICE zu behindern.
Der Präsident veröffentlichte auf Truth Social ein Foto der mutmasslichen Tatwaffe und forderte, ICE müsse „seine Arbeit machen dürfen“.
Proteste weiten sich aus
In Minneapolis versammelten sich weiterhin grosse Menschenmengen am Ort des Vorfalls. Auch in New York kam es zu Solidaritätsdemonstrationen. Parolen wie „ICE raus“ und „Stoppt den ICE-Terror“ prägten die Kundgebungen.
Zusätzliche Empörung löste die Abschiebung eines zweijährigen Mädchens aus, das zusammen mit seinem Vater inhaftiert und später getrennt wurde. Der Vater befindet sich weiterhin in Haft.










