Wut, Verzweiflung – und keine Verbindung zur Aussenwelt
Der Iran steht still – digital und gesellschaftlich.
Mitten in einer Welle beispielloser Proteste gegen das autoritäre Regime herrscht ein nahezu vollständiger Informations-Blackout.
Die Bevölkerung ist offline.
Nur noch staatliche Stellen melden sich über Telegram.
Die Sorge vor einem blutigen Durchgreifen wächst stündlich.
Internet fast komplett abgeschaltet
In den letzten Tagen riefen immer mehr Iranerinnen und Iraner zu landesweiten Protesten auf – ausgelöst durch:
die Wirtschaftskrise
den Absturz der Währung Rial
und die anhaltende Repression der Führung
Nun folgte eine harte Antwort:
Einbruch des Web-Traffics um 99,9 %, wie aus Daten von Cloudflare hervorgeht.
Auch Telefongespräche nach draussen sind kaum mehr möglich.
Nur der staatliche Rundfunk verbreitet Nachrichten über Telegram.
Proteste flammen in Städten auf – trotz Repression
Die Wut ist nicht neu – aber dieses Mal offenbar grösser als je zuvor.
Zunächst brodelte es im Westen des Landes, dann erreichten die Proteste die Metropolen:
Teheran
Maschhad
Schiras
Isfahan
Videos in sozialen Netzwerken – deren Echtheit sich wegen der Sperre kaum prüfen lässt – zeigen blutüberströmte Demonstrierende und massive Menschenansammlungen.
Laut de.tradingview.com wurden bereits Dutzende Menschen getötet, darunter auch auf Seiten der Sicherheitskräfte.
Reza Pahlavi ruft zur Revolte auf
Der im Exil lebende Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, beansprucht eine Führungsrolle in der Opposition und hatte öffentlich zu den Protesten aufgerufen.
Er fordert eine „Wiederherstellung der Freiheit“ und eine Ablösung des Regimes.
Viele Iranerinnen und Iraner teilen diesen Wunsch – trotz Angst vor Gewalt.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Chamenei droht mit harter Hand
Ajatollah Ali Chamenei, Irans oberster Führer, verurteilte die Proteste scharf:
„Diese Unruhestifter handeln im Interesse der Feinde.“
„Wir werden zerstörerisches Handeln nicht dulden.“
Er machte deutlich:
Friedlicher Protest werde nicht gleich behandelt wie „Verrat“.
Der Präsident Peseschkian hatte zuvor noch Mässigung gefordert – doch Chameneis Worte klingen wie eine Kriegserklärung an die eigene Bevölkerung.
Rückblick: Gewaltwelle 2019
Bereits 2019 nutzte die Regierung den Internet-Blackout als Taktik.
Damals protestierten Menschen wegen hoher Benzinpreise – Hunderte starben bei der gewaltsamen Niederschlagung.
Nun befürchten viele Iraner eine Wiederholung dieser dunklen Tage.
Was passiert als Nächstes?
Für Freitagabend wurde erneut zu Massenprotesten aufgerufen.
Noch ist unklar, ob und wie viele Menschen dem folgen konnten – die Informationslage ist dünn.
Die Angst vor einer brutalen Eskalation wächst.
Doch ebenso wächst der Mut der Strasse.
Wenn Stimmen verstummen sollen
Der Versuch, das Land digital stillzulegen, zeigt:
Das Regime fürchtet die Stimme des Volkes.
Aber Schweigen bedeutet nicht Zustimmung.
Im Gegenteil – der Protest ist so laut wie lange nicht mehr.










