«Ich habe dort gedient – und Freunde verloren»
Mit einer selten deutlichen Botschaft hat sich Prinz Harry, der Herzog von Sussex, an US-Präsident Donald Trump gewandt. Anlass sind abfällige Äusserungen Trumps über die Rolle von Nato-Verbündeten im Afghanistan-Krieg, die für Irritation in mehreren Ländern gesorgt haben.
Trump hatte in einem Interview mit Fox News behauptet, dass die Vereinigten Staaten das Verteidigungsbündnis Nato „niemals gebraucht“ hätten. Zwar hätten manche Nato-Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese hätten aber «abseits der Frontlinien» operiert.
Diese Aussage wollte Prinz Harry nicht unkommentiert lassen.
Der Royal fordert Respekt – für Gefallene und Überlebende
Harry, der selbst als Soldat in Afghanistan gedient hatte, widerspricht deutlich. In einer schriftlichen Erklärung, die über sein Umfeld verbreitet wurde, erinnerte er an den Artikel 5 des Nato-Vertrags: Nur einmal in der Geschichte sei der Bündnisfall ausgerufen worden – nach den Anschlägen auf das World Trade Center, zugunsten der USA.
„Ich habe in Afghanistan gedient, ich habe Freunde fürs Leben gemacht – und ich habe Freunde verloren“, so der 39-Jährige. Weiter sagte er: „Das Vereinigte Königreich allein hat 457 Militärangehörige verloren. Tausende Leben wurden für immer verändert. Eltern haben ihre Kinder begraben, Kinder ihre Eltern verloren. Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht.“
Diese deutlichen Worte seien laut gmx.ch ein klarer Bruch mit Harrys bisher zurückhaltendem Ton gegenüber politischen Führungspersonen in den USA.
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Ein sensibles Thema für Harry
Der Einsatz für Veteranen ist für den Herzog von Sussex kein PR-Projekt, sondern eine Herzensangelegenheit. Mit den „Invictus Games“ hat Harry einen internationalen Wettbewerb für versehrte Veteranen geschaffen, der zuletzt 2023 in Düsseldorf stattfand.
Auch persönliche Angriffe hat der Royal bereits erlebt. Nach seiner Autobiografie, in der er Drogenkonsum einräumte, forderten Trump-Anhänger in den USA eine Überprüfung seines Aufenthaltsstatus. Die Nähe der „MAGA“-Bewegung zu Trump ist bekannt – und die Kritik an Harry kam schnell.
Dennoch hielten sich sowohl Harry als auch seine Frau Meghan in den letzten Jahren öffentlich mit politischen Aussagen stark zurück. Diese Reaktion auf Trump stellt daher einen bemerkenswerten Kurswechsel dar.










