Der Preisüberwacher und die Schweizerische Post haben sich auf eine neue Vereinbarung geeinigt. Die Listenpreise für nationale und internationale Pakete bleiben unverändert, während es im Briefbereich ab 2027 gezielte Preisanpassungen gibt. Die Regelung gilt vom 1. Januar 2027 bis Ende 2029.
Keine höheren Paketpreise für Kundinnen und Kunden
Die Schweizerische Post wird die Preise für Paketsendungen vorerst nicht erhöhen. Im Rahmen einer neuen einvernehmlichen Regelung mit dem Preisüberwacher bleiben die Listenpreise im Paketbereich unverändert.
Auch der Online-Rabatt für selbstetikettierte nationale Pakete bleibt bestehen. Zudem verzichtet die Post unter anderem auf geplante Anpassungen bei Dienstleistungen wie Post umleiten, Post nachsenden und Zollabfertigung.
Die Vereinbarung zwischen dem Preisüberwacher und der Post gilt für drei Jahre vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2029. Ursprünglich hatte die Post ein Preismassnahmenpaket im Umfang von 102,7 Millionen Franken für eine zweijährige Regelung vorgeschlagen.
Nach intensiven Verhandlungen wurden nun vor allem Massnahmen im Briefbereich vereinbart. Insgesamt umfassen die Anpassungen ab 2027 rund 60,7 Millionen Franken. Weitere Massnahmen im Umfang von 19,8 Millionen Franken treten ab 2029 in Kraft.
Neue Briefpreise ab 2027
Die Änderungen betreffen hauptsächlich die Briefpost. Die Gewichtskategorien für A- und B-Post werden neu definiert.
Die Standard-Kategorie umfasst künftig Briefe bis 50 Gramm statt wie bisher bis 100 Gramm. Nach Angaben des Preisüberwachers fallen mehr als 95 Prozent der bisherigen Standardbriefe weiterhin in diese Kategorie. Briefe zwischen 51 und 500 Gramm werden neu als Midibriefe geführt.
Bei der A-Post steigen die Preise für Standardbriefe auf 1.40 Franken. Grossbriefe kosten neu 2.75 Franken. Der Preis für Midibriefe bleibt mit 1.70 Franken unverändert.
Auch die B-Post wird angepasst. Standardbriefe kosten künftig 1.10 Franken, Midibriefe 1.35 Franken und Grossbriefe 2.25 Franken.
Die Preise für A-Post Plus sowie Einschreiben erhöhen sich ebenfalls um 20 Rappen und orientieren sich damit am neuen Preis für Standard-A-Post-Briefe.
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Preisüberwacher fordert langfristige Lösung
Der Preisüberwacher sieht die Vereinbarung nicht nur als kurzfristige Preisregelung, sondern auch als Hinweis auf die Herausforderungen der postalischen Grundversorgung.
Die Finanzierung der Post-Grundversorgung stehe wegen des Strukturwandels weiterhin unter Druck. Der Preisüberwacher fordert deshalb vom Gesetzgeber nachhaltige Lösungen, damit die Kosten nicht dauerhaft über wiederholte Preiserhöhungen finanziert werden müssen.
Nach Ansicht des Preisüberwachers lassen sich eine preiswerte Grundversorgung, neue digitale Angebote und gleichzeitig eine Dividendenzahlung an den Bund unter den heutigen Rahmenbedingungen langfristig nicht miteinander verbinden.
Er spricht sich weiterhin gegen eine Dividendenzahlung aus. Im Rahmen der geplanten Revision des Postgesetzes und des Postorganisationsgesetzes bis 2030 sollen langfristige Lösungen gefunden werden.
Neues Produkt für Kleinwaren geplant
Eine weitere Änderung betrifft den Versand kleiner Waren. Die bisherige Zusatzdienstleistung «Formatzuschlag» wird durch ein neues Produkt ersetzt.
Neu führt die Post den sogenannten Volumenbrief ein. Dieser ermöglicht einen einfacheren Versand von Kleinwaren. Der Preis beträgt 4.20 Franken und liegt damit unter dem ursprünglich beantragten Preis von 4.50 Franken.
Ab 2029 sind zusätzliche Anpassungen bei B-Post-Massensendungen und der Promopost vorgesehen.






