Die Schweizerische Post will bis Ende 2027 bis zu 110 Stellen in Management- und Supportfunktionen abbauen. Mit den Einsparungen sollen Kosten gesenkt und die langfristige Finanzierung des Service public gesichert werden. Laut Post sind der Betrieb und die Kundschaft vom Abbau nicht betroffen. Der Personalverband transfair fordert interne Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten.
Die Schweizerische Post hat am Montag einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Betroffen sind bis zu 110 Stellen in Management- und Supportfunktionen. Die Massnahmen sollen bis Ende 2027 umgesetzt werden.
Die Post begründet den Abbau mit dem anhaltenden Kostendruck und der langfristigen Sicherung des Service public. Die Einsparungen sollen gezielt in Bereichen erfolgen, die keinen direkten Einfluss auf die Kundinnen und Kunden haben.
Laut Post sollen Kündigungen möglichst vermieden werden. Der Stellenabbau soll unter anderem über natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen erfolgen. Betroffene Mitarbeitende sollen zudem sozialverträglich begleitet werden.
transfair fordert interne Lösungen
Der Personalverband transfair kritisiert den angekündigten Abbau und will sich für alternative Lösungen einsetzen. Greta Gysin, Präsidentin von transfair und Nationalrätin, bezeichnet jede gestrichene Stelle als schweren Einschnitt für die betroffenen Mitarbeitenden.
Der Verband kündigte an, konkrete Vorschläge einzureichen, damit Kündigungen möglichst verhindert werden können. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Weiterbeschäftigung betroffener Mitarbeitender innerhalb des Post-Konzerns liegen.
Der Stellenabbau erfolgt vor dem Hintergrund einer strukturellen Veränderung des Postgeschäfts. Insbesondere das Briefvolumen ist seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig baut die Post ihr Geschäft in anderen Bereichen aus, wobei das Wachstum der neuen Geschäftsfelder die sinkenden Erträge im traditionellen Briefgeschäft bislang nicht vollständig kompensieren konnte.
Briefgeschäft geht weiter zurück
Im ersten Halbjahr 2026 ging das Briefvolumen nach Angaben der Post um fünf Prozent zurück. Über zehn Jahre betrachtet beträgt der Rückgang damit bereits 38 Prozent.
Gleichzeitig konnte die Post ihr Betriebsergebnis verbessern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode von 118 Millionen auf 173 Millionen Franken.
Dazu trugen insbesondere das wachsende Paketgeschäft und das verbesserte Ergebnis von PostFinance bei. Diese Entwicklungen konnten die Belastungen durch den Rückgang bei Briefen und Schaltereinzahlungen teilweise ausgleichen.
Die Schweizerische Post steht damit vor der Herausforderung, ihre Strukturen an das veränderte Nutzungsverhalten anzupassen und gleichzeitig die Grundversorgung sicherzustellen. Der nun angekündigte Abbau konzentriert sich nach Angaben des Unternehmens auf Management- und Supportfunktionen.
Weitere Stellenkürzungen bei der Post
Der angekündigte Abbau reiht sich in mehrere Personalentscheide der Post im laufenden Jahr ein. Erst im Juli bestätigte die Post den Abbau von 41 Stellen im Bereich Digital Health und bei der Tochtergesellschaft Sanela Health.
Auch transfair hatte im August vor dem Hintergrund weiterer Stellenabbaupläne bei der Post einen Kurswechsel gefordert. Der Personalverband begleitet die Entwicklungen als Sozialpartner und setzt sich unter anderem für Weiterbildung und interne Anschlusslösungen ein.
Mit dem aktuellen Abbau sollen nun vor allem Strukturen im Management und in Supportbereichen angepasst werden. Bis Ende 2027 will die Post die Massnahmen umsetzen.






