An der Atlantikküste von Spanien, Portugal und Frankreich werden derzeit Portugiesische Galeeren gesichtet. Die quallenähnlichen Meerestiere können mit ihren Tentakeln schmerzhafte und teilweise gefährliche Verletzungen verursachen. Urlauber sollten deshalb Warnhinweise beachten, Abstand halten und auch angespülte Tiere keinesfalls berühren.
Kontakt kann starke Reaktionen auslösen
Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) sieht zwar einer Qualle ähnlich, gehört biologisch jedoch zu den Staatsquallen. Ihre langen, feinen Tentakel können weit unter der Wasseroberfläche treiben und sind teilweise nur schwer zu erkennen.
Bei einer Berührung geben die Nesselzellen der Tentakel Gift ab. Typisch sind unmittelbar auftretende, starke Schmerzen sowie Rötungen, Schwellungen oder Quaddeln auf der Haut. Die Beschwerden werden von Betroffenen teilweise mit einem starken Wespenstich verglichen.
Nach Angaben von GMX können zusätzlich unter anderem Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Muskel- oder Bauchschmerzen auftreten. Besonders bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, geschwächtem Immunsystem oder einer entsprechenden Überempfindlichkeit können stärkere Reaktionen auftreten. In seltenen Fällen kann ein Kontakt lebensgefährlich werden.
Abstand ist der beste Schutz
Wer eine Portugiesische Galeere im Wasser entdeckt, sollte ihr nicht näher kommen und sie keinesfalls berühren. Das gilt auch für Tiere, die bereits am Strand liegen und scheinbar tot sind. Die Nesselzellen können auch ausserhalb des Wassers weiterhin aktiv sein.
Badegäste sollten deshalb rote Flaggen, Quallenwarnungen und Hinweise der örtlichen Behörden beachten. Wenn ein Strand wegen der Tiere gesperrt oder vom Baden abgeraten wird, sollte diese Empfehlung unbedingt befolgt werden.
Je nach örtlichen Bedingungen kann lange Badekleidung oder ein Neoprenanzug die Wahrscheinlichkeit eines direkten Hautkontakts reduzieren. Einen vollständigen Schutz vor den Tentakeln bietet solche Kleidung jedoch nicht.
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Was nach einer Berührung zu tun ist
Nach einem Kontakt sollte die betroffene Person das Wasser verlassen und sich an die Rettungsschwimmer oder die Strandaufsicht wenden. So können gleichzeitig weitere Badegäste gewarnt werden.
Sichtbare Tentakelreste sollten niemals mit blossen Händen entfernt werden. Die betroffene Hautstelle kann vorsichtig mit Meerwasser abgespült werden. Falls noch Tentakel auf der Haut liegen, können sie beispielsweise mit einer Pinzette oder einem anderen geeigneten Hilfsmittel entfernt werden.
Auf Süsswasser sollte zunächst verzichtet werden, da dadurch weitere Nesselzellen aktiviert werden können. Auch das Reiben der betroffenen Hautstelle sollte vermieden werden.
Wann medizinische Hilfe notwendig ist
Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Besonders wichtig ist eine schnelle medizinische Abklärung bei Atemnot, Brustschmerzen, schweren Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen.
Auch wenn eine grössere Hautfläche betroffen ist, die Schmerzen nicht nachlassen oder zusätzlich starke Schwellungen, Übelkeit oder Schwindel auftreten, sollte die Verletzung ärztlich beurteilt werden. Bei Kindern ist wegen der möglichen stärkeren Reaktion besondere Vorsicht angebracht.
Die beste Vorsorge bleibt jedoch der Abstand zu den Tieren. Wer Warnhinweise an Stränden beachtet und weder lebende noch angespülte Portugiesische Galeeren berührt, kann das Risiko eines gefährlichen Kontakts deutlich reduzieren.






