Historische Entscheidung: Pelzfarmen in Polen werden verboten
Polen, einer der grössten Produzenten von Pelz in Europa, hat ein umfassendes Verbot von Pelzfarmen beschlossen. Der polnische Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete das Gesetz nach dem Parlamentsentscheid vom Oktober. Für VIER PFOTEN ist dieser Schritt ein bedeutender Sieg im weltweiten Kampf gegen die grausame Pelzindustrie.
Allein 2024 wurden in Polen 2.7 Millionen Nerze und 30’000 Füchse getötet – ein System, das nach Ansicht von Tier- und Verhaltensforschenden auch langfristig nicht mit dem Tierwohl vereinbar ist.
Die EFSA bestätigte 2025 wissenschaftlich, dass die Haltung von Nerzen und Füchsen auf Pelzfarmen gravierende Probleme für das Tierwohl verursacht.
Übergangsfrist bis 2034 – «Zu lang für Millionen Tiere»
Lauretta Eckhardt, Policy Managerin bei VIER PFOTEN Schweiz, begrüsst den Entscheid, kritisiert aber die lange Übergangsfrist:
«Eine Frist bis 2034 ist viel zu lang. Millionen Tiere werden bis dahin noch unnötig leiden. Die Branche verliert seit Jahren massiv Umsatz – auch deshalb bräuchte es eine viel frühere Umsetzung.»
Polnische Pelzfarmer sollen bei einem vorzeitigen Produktionsstopp Entschädigungen erhalten.
Druck auf EU wächst – über 1.7 Mio. Unterschriften
Nach Polen gehören Griechenland, Litauen, Spanien und Finnland zu den wichtigsten EU-Pelzproduzenten. Der Druck steigt, ebenfalls ein Verbot umzusetzen – nicht zuletzt wegen der Europäischen Bürgerinitiative «Fur Free Europe», unterstützt von VIER PFOTEN.
2023 wurden über 1.7 Millionen Unterschriften an die EU übergeben.
«Pelzproduktion hat keine Zukunft. Wir hoffen auf ein EU-weites Verbot von Produktion und Import», sagt Eckhardt.
Schweiz bereits mit Importverbot – Initiative läuft weiter
Die Schweiz führte am 1. Juli 2025 ein Importverbot für tierquälerisch produzierten Pelz ein.
Parallel dazu läuft die Pelz-Initiative, deren indirekter Gegenvorschlag im September vom Nationalrat angenommen wurde. Ziel: das Import- und Handelsverbot im Tierschutzgesetz verankern.
Pelzfarmen gibt es in der Schweiz seit Jahren keine mehr – die Anforderungen wären viel zu hoch.
Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, im Vereinigten Königreich, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.










