Eine Petition mit knapp 111’000 Unterschriften fordert eine deutliche Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs in der Schweiz. Statt der heutigen 14 Wochen soll der Urlaub auf sechs Monate ausgebaut werden. Die Initianten argumentieren mit Vorteilen für die Gesundheit von Mutter und Kind sowie einer besseren Unterstützung von Familien.
Forderung nach längerer Erholungszeit für Mütter
In der Schweiz beträgt der gesetzliche Mutterschaftsurlaub derzeit 14 Wochen beziehungsweise 98 Tage. Eine neue Petition verlangt nun, diese Zeit auf mindestens sechs Monate zu verlängern.
Die Initiantinnen und Initianten begründen ihre Forderung damit, dass die ersten Monate nach der Geburt eine besonders wichtige Phase für die Entwicklung eines Kindes seien. Eine längere gemeinsame Zeit zwischen Mutter und Baby könne die Bindung stärken und zur Gesundheit der Familie beitragen.
Auf der Website der Petition wird kritisiert, dass die aktuelle Regelung zu kurz sei. «Mit drei Monaten ist ein Baby noch vollständig auf seine Mutter angewiesen», schreiben die Verantwortlichen. Nähe, Stillen, Sicherheit und eine stabile Bindung seien entscheidende Faktoren für die Entwicklung.
Auch die körperliche und psychische Erholung der Mutter nach Schwangerschaft und Geburt stehe im Mittelpunkt der Forderung.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Vergleich mit anderen europäischen Ländern
Die Schweiz gehört im europäischen Vergleich zu den Ländern mit kürzerem Mutterschaftsurlaub. In vielen europäischen Staaten bestehen längere Elternzeitmodelle, die Müttern oder beiden Elternteilen mehr Zeit nach der Geburt ermöglichen.
Die Petition fordert deshalb eine familienfreundlichere Regelung. Nach Ansicht der Unterstützenden würde eine Verlängerung nicht nur Familien entlasten, sondern auch langfristig positive Auswirkungen auf Gesundheit und gesellschaftliche Entwicklung haben.
Diskussion über Familienpolitik in der Schweiz
Die Forderung nach einer Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs ist Teil einer breiteren politischen Diskussion über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Befürworter längerer Urlaubsmodelle sehen darin eine Investition in Familien und Chancengleichheit. Kritiker weisen hingegen regelmässig auf die zusätzlichen Kosten für Arbeitgeber und Sozialversicherungen hin.
Ob und wie die Forderung umgesetzt wird, ist derzeit offen. Die Petition mit rund 111’000 Unterschriften erhöht jedoch den politischen Druck, das Thema erneut zu diskutieren.






