Die Schweiz erhält ihre bestellten Patriot-Systeme später – die USA priorisieren aktuell Lieferungen für die Ukraine.
Das US-Verteidigungsministerium hat die Schweiz darüber informiert, dass sich die Lieferung der bestellten Patriot-Flugabwehrsysteme verzögern wird. Grund dafür ist eine Neupriorisierung zugunsten der Ukraine. Die Schweiz erhält damit spätere Produktionschargen. Wie stark sich der Zeitplan verschiebt, ist noch offen. Der Bundesrat wurde laut dem VBS bereits informiert.
Die Schweiz hatte 2022 fünf Patriot-Systeme zur bodengestützten Luftverteidigung bestellt. Die Auslieferung war ursprünglich ab 2027 vorgesehen, mit Abschluss im Jahr 2028. Patriot-Systeme gelten weltweit als eines der zuverlässigsten Mittel gegen ballistische Raketen, Drohnen und Marschflugkörper. Aufgrund des Krieges in der Ukraine hat die Nachfrage nach diesen Systemen international stark zugenommen.
Wie vbs.admin.ch mitteilt, hat das US-Verteidigungsministerium am 16. Juli das VBS offiziell über die Verzögerung informiert. Die USA wollen Länder belohnen, die eigene Systeme an die Ukraine abgeben – etwa Deutschland, das zwei zusätzliche Patriot-Systeme liefert. Die Schweiz ist von dieser globalen Priorisierung betroffen. Die USA haben dabei auf vertraglich vorgesehene Handlungsspielräume in ihren Foreign Military Sales-Verträgen verwiesen.
Die Schweiz erhält spätere Produktionschargen der Systeme. Ob neben den Systemkomponenten auch die Lieferung der bestellten PAC-3 MSE-Lenkwaffen betroffen ist, ist derzeit offen. Schon im Vorjahr hatte das US-Verteidigungsministerium die Schweiz über eine Verzögerung bei genau diesen Lenkwaffen informiert – auch damals zugunsten der Ukraine. Die aktuellen Auswirkungen auf den Zeitplan oder die militärische Einsatzplanung in der Schweiz sind Gegenstand laufender Abklärungen.
Die Verschiebung der Lieferung hat sicherheitspolitische Relevanz für die Schweiz. Die Patriot-Systeme sind ein Kernelement der geplanten Luftverteidigungserneuerung. In der Öffentlichkeit dürfte die Entscheidung zu Diskussionen führen – zwischen internationaler Solidarität und der Wahrung eigener Sicherheitsinteressen. Der Bundesrat ist informiert, das VBS steht im Austausch mit den US-Behörden.
Die Schweiz muss bei der Beschaffung moderner Luftabwehrsysteme nun mehr Geduld aufbringen. Die USA priorisieren aktuell die Versorgung der Ukraine mit Patriot-Systemen. Welche genauen Folgen das für den Schweizer Zeitplan hat, bleibt offen. Klar ist: Der globale Krieg hat auch Auswirkungen auf hiesige Rüstungsvorhaben.






