Ein historischer Moment: Papst Leo XIV. trifft zum ersten Mal als Pontifex auf ein muslimisches Staatsoberhaupt.
Ort des Geschehens: Ankara – mit Spannung erwartetes erstes Reiseziel einer Amtszeit, die Brücken bauen will.
Leo XIV. trifft Erdoğan – Auftakt einer heiklen Reise
Papst in Ankara empfangen
Leo XIV. ist am Donnerstag in der türkischen Hauptstadt Ankara gelandet.
Noch am selben Tag trifft er Präsident Recep Tayyip Erdoğan – ein Moment mit Symbolkraft.
Laut nytimes.com ist Leo der erste Papst, der nach seiner Wahl einen mehrheitlich muslimischen Staat besucht.
Er begann seine Reise mit einem Besuch beim Mausoleum von Atatürk, dem Gründer der modernen Türkei – inklusive Kranzniederlegung.
Ziel: Dialog über Religionsgrenzen hinweg
Warum gerade die Türkei?
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Geringer katholischer Bevölkerungsanteil
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Hohe symbolische Bedeutung: Heimat des Konzils von Nicäa (325)
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Ort jahrhundertealter Spaltungen und gleichzeitig historischer Einheit
Leo XIV. wird:
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den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. treffen
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mit religiösen und staatlichen Vertretern sprechen
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das antike Nicäa (Iznik) besuchen – Ort des Nicäischen Glaubensbekenntnisses
Nächster Halt: Libanon
Besuch bei den maronitischen Christen
Am Sonntag reist Leo XIV. weiter in den Libanon, Heimat der grössten katholischen Gemeinde im arabischen Raum.
Dort plant er:
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Begegnungen mit Bischöfen und Kirchenvertretern
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Gespräche mit Präsident Joseph Aoun und Premier Nawaf Salam
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Unterstützung für religiöse Minderheiten in der Region
Botschaft: Einheit, Dialog, Frieden
Während des Flugs von Rom sagte Leo zu Journalisten:
„Die Einheit der Menschen trotz unterschiedlicher Religionen ist unser Auftrag.“
Er verschenkte Rosenkränze, scherzte über das Wordle-Rätsel der New York Times – und nahm sich Zeit für persönliche Begegnungen.
Professor Emre Oktem (Galatasaray-Universität) meinte:
„Als Muslim freut mich dieser Besuch – er steht für Offenheit und Dialog.“
Ein Besuch mit Signalwirkung
Der Auftakt ist gemacht: Leo XIV. hat sich mit seiner ersten Auslandsreise klar positioniert – für Annäherung, nicht Ausgrenzung.
In einer Zeit der Polarisierung wählt Leo XIV. nicht den einfachen, sondern den bedeutungsvollen Weg.










