Der Schweizer Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Der Auftragseingang stieg zweistellig, die Profitabilität verbesserte sich und das Unternehmen kehrte in die Gewinnzone zurück. Wegen der starken Entwicklung erhöht Oerlikon seine Prognose für das Gesamtjahr.
Auftragseingang wächst dank Materialgeschäft
Oerlikon verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 920 Millionen Franken. Das entspricht einer Steigerung von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Wachstum sogar 19 Prozent.
Die positive Entwicklung setzte sich auch im zweiten Quartal fort. Zwischen April und Juni stieg der Auftragseingang um 15 Prozent auf 465 Millionen Franken.
Besonders stark entwickelte sich das Materialgeschäft. Laut Oerlikon sichern sich Kunden angesichts internationaler Handelsspannungen und steigender Rohstoffpreise vermehrt die Versorgung mit kritischen Mineralien.
Der Umsatz entwickelte sich etwas langsamer, da sich neue Aufträge zeitverzögert in den Zahlen niederschlagen. Im ersten Halbjahr stieg dieser um 0,5 Prozent auf 790 Millionen Franken.
Luftfahrt und Energie treiben Wachstum
Zum Umsatzwachstum trugen insbesondere die Bereiche Luftfahrt, Energieerzeugung und allgemeine Industrie bei. Belastet wurde die Entwicklung hingegen weiterhin durch das Automobilgeschäft.
Oerlikon konnte gleichzeitig die Profitabilität deutlich verbessern. Der operative EBITDA erhöhte sich um 18,6 Prozent auf 156 Millionen Franken.
Die operative EBITDA-Marge stieg auf 19,7 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte sie noch bei 16,7 Prozent gelegen.
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Kostensenkungen zeigen Wirkung
Für die bessere Entwicklung nennt Oerlikon mehrere Faktoren. Dazu gehören die 2025 gestarteten Kostensenkungsmassnahmen, ein vorteilhafterer Produktmix sowie eine Neubewertung von Lagerbeständen aufgrund höherer Rohstoffpreise.
Auch beim Ergebnis unter dem Strich zeigte sich eine deutliche Verbesserung. Aus dem fortgeführten Geschäft resultierte ein Gewinn von 40 Millionen Franken.
Im Vorjahr hatte Oerlikon in diesem Bereich noch einen Verlust von 46 Millionen Franken ausgewiesen.
Prognose für 2026 angehoben
Nach dem starken ersten Halbjahr erhöht Oerlikon seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026.
Der Konzern rechnet neu mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen. Zuvor war lediglich ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich erwartet worden.
Auch bei der operativen Marge wird Oerlikon optimistischer. Die EBITDA-Marge soll zwischen 18,5 und 19,5 Prozent liegen. Bisher hatte das Unternehmen rund 17,5 Prozent erwartet.
Als Gründe für die höhere Prognose nennt Oerlikon die starke Auftragslage sowie die bessere Einschätzung der Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte.
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