Die Angst kehrt an die Finanzmärkte zurück.
Steigende Ölpreise, neue Spannungen im Nahen Osten und enttäuschte Hoffnungen auf eine Einigung mit dem Iran haben am Dienstag weltweit für Nervosität gesorgt.
Aktienmärkte in Asien und Europa gaben deutlich nach – während Anleger gleichzeitig auf neue US-Inflationsdaten warteten.
Ölpreis steigt den dritten Tag in Folge
Besonders im Fokus steht derzeit der Ölmarkt.
Die Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um fast vier Prozent auf rund 108 Dollar pro Barrel.
Grund dafür sind wachsende Sorgen um die wichtige Strasse von Hormus.
Warum die Strasse von Hormus so wichtig ist
Durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman wird ein grosser Teil des weltweiten Ölhandels transportiert.
Kommt es dort zu Einschränkungen oder militärischen Spannungen, reagieren die Märkte meist sofort.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, der seit einem Monat bestehende Waffenstillstand mit dem Iran befinde sich «am Tropf».
Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung schwinden damit weiter.
Aktienmärkte weltweit unter Druck
Während der Ölpreis anzog, gerieten die Börsen deutlich unter Druck.
Vor allem Technologie- und Chip-Aktien verloren an Schwung.
Asiatische Märkte stark belastet
Der südkoreanische KOSPI-Index fiel um rund 3,5 Prozent.
Auch andere asiatische Märkte schlossen im Minus.
In Europa verlor der STOXX 600 rund 0,6 Prozent.
US-Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq lagen ebenfalls im negativen Bereich.
Chip-Rallye verliert an Kraft
In den vergangenen Monaten hatten vor allem KI- und Halbleiterwerte die Börsen nach oben getrieben.
Nun sorgen steigende Energiepreise und geopolitische Risiken für Gewinnmitnahmen.
Analysten warnen, dass anhaltend hohe Ölpreise die Inflation erneut antreiben könnten.
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Anleger warten gespannt auf US-Inflationsdaten
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die neuen Inflationszahlen aus den USA.
Ökonomen erwarten für April einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Vormonat lag die Teuerung noch bei 3,3 Prozent.
Warum die Daten so wichtig sind
Die Inflation entscheidet mit darüber, wie die US-Notenbank Federal Reserve bei den Zinsen weiter vorgeht.
Noch vor wenigen Monaten rechneten viele Investoren mit Zinssenkungen.
Steigende Energiepreise könnten diese Hoffnungen nun zunichtemachen.
Sollte die Inflation stärker steigen als erwartet, könnten die Märkte erneut unter Druck geraten.
Dollar und Anleiherenditen steigen
Der Dollar legte gegenüber mehreren wichtigen Währungen zu.
Der Euro fiel auf rund 1,176 Dollar.
Auch das britische Pfund geriet unter Druck.
Politische Unsicherheit in Grossbritannien belastet
Zusätzlich belastet wurde das Pfund durch politische Spannungen in Grossbritannien.
Premierminister Keir Starmer steht nach schweren Verlusten bei Kommunalwahlen zunehmend unter Druck.
Die Rendite britischer 30-jähriger Staatsanleihen erreichte laut LSEG mit 5,794 Prozent den höchsten Stand seit 1998.
Auch die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen weiter an
Trumps China-Reise im Fokus
Mit Spannung beobachten Investoren zudem den bevorstehenden China-Besuch von Donald Trump.
Die Erwartungen bleiben allerdings tief.
Experten rechnen derzeit nicht mit grossen Durchbrüchen in Handels- oder Iran-Fragen.
Kleine Signale könnten dennoch wichtig sein
Marktbeobachter hoffen zumindest auf Stabilität.
Möglich seien kleinere Vereinbarungen, etwa zu Agrarkäufen, Flugzeugbestellungen oder Seltenen Erden.
Bereits kleine diplomatische Fortschritte könnten die Märkte kurzfristig beruhigen.
Das bedeutet die aktuelle Lage für Anleger
Die Kombination aus:
- steigenden Ölpreisen
- geopolitischen Spannungen
- Inflationssorgen
- höheren Zinsen
- schwächeren Aktienmärkten
sorgt derzeit weltweit für Unsicherheit.
Besonders empfindlich reagieren Technologie- und Wachstumsaktien.
Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen, könnte die Volatilität an den Märkten weiter zunehmen.
Fazit
Die Finanzmärkte stehen erneut unter Druck.
Der steigende Ölpreis und die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt sorgen weltweit für Nervosität.
Gleichzeitig richten sich nun alle Blicke auf die US-Inflationsdaten und die nächsten Schritte der US-Notenbank.
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