Novartis baut seine Position in der Krebsforschung weiter aus. Der Basler Pharmakonzern übernimmt das britische Biotechunternehmen Myricx Bio für einen Gesamtwert von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar und investiert damit gezielt in innovative Krebstherapien der nächsten Generation.
Novartis zahlt zunächst 1,1 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Myricx Bio. Zusätzlich wurden erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 400 Millionen USDollar vereinbart. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Fokus auf innovative Krebstherapien
Mit der Akquisition stärkt Novartis seine Forschung im Bereich der sogenannten AntikörperWirkstoff-Konjugate (ADC). Diese modernen Krebsmedikamente kombinieren einen Antikörper mit einem hochwirksamen Zellgift und ermöglichen so eine gezielte Bekämpfung von Tumorzellen, während gesundes Gewebe möglichst geschont wird.
Myricx Bio entwickelt dabei eine neuartige Wirkstoffklasse, die insbesondere bei Tumoren eingesetzt werden könnte, welche bereits Resistenzen gegen bestehende Therapien entwickelt haben.
Vielversprechende Pipeline
Das 2019 gegründete Unternehmen mit Sitz in London entstand als Spin-off des Imperial College London sowie des renommierten Francis Crick Institute.
Aktuell entwickelt Myricx zwei präklinische Wirkstoffkandidaten gegen die Krebsziele:
- B7-H3
- HER2
Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine Technologieplattform, die künftig auch für weitere Tumorarten eingesetzt werden könnte.
Erst im Jahr 2024 hatte Myricx in einer Finanzierungsrunde rund 90 Millionen britische Pfund (rund 96 Millionen Franken) aufgenommen. Zu den Investoren gehören unter anderem Novo Holdings, Eli Lilly und Sofinnova Partners.
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Analysten sehen strategischen Ausbau
An der Börse wird die Übernahme grundsätzlich positiv bewertet. Analysten sehen darin einen konsequenten Ausbau der Onkologie-Sparte von Novartis.
Die Bank Vontobel bezeichnete den Kauf als strategisch sinnvoll, verwies jedoch darauf, dass der hohe Kaufpreis für eine Plattformtechnologie ohne fortgeschrittene klinische Studien ungewöhnlich sei.
Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sieht den Schritt als logische Fortsetzung der Strategie, die Onkologie neben den Radioligandentherapien gezielt mit neuen Technologien auszubauen. Die Analysten rechnen damit, dass Novartis in den kommenden Quartalen weitere Übernahmen in diesem Bereich tätigen könnte.
Aktie unter Druck
Trotz der langfristig positiven Einschätzungen reagierten Anleger zunächst zurückhaltend auf die Nachricht. Die Novartis-Aktie schloss am Montag mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 125,10 Franken.
Ob sich die milliardenschwere Investition langfristig auszahlt, wird davon abhängen, wie erfolgreich sich die innovativen Krebsprogramme von Myricx in den kommenden Jahren entwickeln.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere dar. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Trotz sorgfältiger Prüfung wird keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Informationen übernommen. Anleger sollten ihre Investitionsentscheidungen auf Grundlage eigener Recherchen oder einer unabhängigen Finanzberatung treHen.






