Kim Jong Un setzt auf Aufrüstung – und sendet ein klares Signal
Pjöngjang dreht weiter an der Eskalationsschraube.
Und das mit langfristiger Perspektive.
Nordkorea will seine Raketen- und Munitionsproduktion ab 2026 massiv steigern. Beobachter sehen darin nicht nur die Vorbereitung neuer Tests, sondern auch eine weitere Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit mit Russland.
Anweisungen direkt aus der Führung
Wie staatliche Medien berichten, hat Machthaber Kim Jong Un bei Besuchen mehrerer Munitionsfabriken klare Vorgaben gemacht. Die Produktionsstätten sollen den „voraussichtlichen Bedarf für die Operationen der Raketen- und Artillerietruppen des Staates“ vollständig abdecken.
Zugleich ordnete Kim an, die Produktionskapazitäten deutlich auszubauen und neue Fabriken zu errichten. Ziel sei es, die Gesamtleistung weiter zu erhöhen, da der Raketen- und Munitionssektor „von entscheidender Bedeutung für die militärische Abschreckung“ sei.
Quelle: de.euronews.com
Mehr Tests, mehr Druck
Nordkorea hat seine Raketentests in den vergangenen Jahren stark intensiviert. Analysten gehen davon aus, dass das Regime damit mehrere Ziele verfolgt:
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Verbesserung der Präzisionsschlagfähigkeit
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Politischer Druck auf die USA und Südkorea
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Erprobung von Waffensystemen mit möglichem Exportpotenzial
Die angekündigte Produktionsoffensive passt in dieses Muster.
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Enge Verbindung zu Russland
Kim Jong Un hatte wiederholt seine „bedingungslose Unterstützung“ für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erklärt. Nach westlichen Erkenntnissen lieferte Nordkorea bereits Munition und entsandte tausende Soldaten zur Unterstützung Russlands.
Die nordkoreanischen Truppen sollen unter anderem in der russischen Region Kursk stationiert worden sein, die zeitweise von ukrainischen Streitkräften eingenommen war.
Eine internationale Überwachungsgruppe mit Beteiligung der USA, Südkoreas und Japans stufte das Bündnis zwischen Moskau und Pjöngjang im Juni als illegal ein. Es verstosse klar gegen geltende UN-Sanktionen.
Atom-U-Boot als Teil der Strategie
Nur einen Tag vor den Berichten zur Waffenproduktion veröffentlichte Nordkorea erstmals seit Monaten neue Fotos eines offenbar nahezu fertiggestellten atomgetriebenen U-Boots.
Pjöngjang bezeichnete das Projekt als „strategisches Atomangriffs-U-Boot“ und deutete an, es mit Atomwaffen ausrüsten zu wollen. Experten halten erste Testfahrten bereits in den kommenden Monaten für möglich.
Ein solches U-Boot gehört zu den Schlüsselprojekten, die Kim Jong Un bereits 2021 auf einer Parteikonferenz vorgestellt hatte.
Weitere Waffensysteme in Entwicklung
Neben dem U-Boot kündigte Nordkorea in den vergangenen Jahren weitere Projekte an, darunter:
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Feststoffbetriebene Interkontinentalraketen
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Hyperschallwaffen
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Spionagesatelliten
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Raketen mit mehreren Sprengköpfen
Zuletzt präsentierte Pjöngjang zudem einen neuen Marinezerstörer, den Kim als wichtigen Schritt zur Ausweitung der nuklearen Schlagfähigkeit bezeichnete.










