Bei einem erneuten russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens neun Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Wohnhäuser und andere Gebäude wurden beschädigt. Gleichzeitig gehen die Spannungen zwischen Moskau und der Opposition weiter.
Ballistische Raketen treffen Kiew in der Nacht
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach ersten Angaben kamen dabei mindestens neun Menschen ums Leben, weitere 23 Personen wurden verletzt, darunter zwei Jugendliche.
Laut GMX berichtete der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, über Schäden in mehreren Stadtteilen. Betroffen seien unter anderem Wohnhäuser, Gewerbegebäude und Fahrzeuge, die durch die Angriffe in Brand geraten seien.
Ein fünfstöckiges Wohngebäude wurde durch herabfallende Raketentrümmer beschädigt. Nach Angaben der Stadtverwaltung befanden sich Menschen in dem Gebäude, die zunächst eingeschlossen waren. Die Bewohner Kiews wurden während des Angriffs aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.
Viele Menschen verbrachten die Nacht erneut in U-Bahn-Stationen oder anderen sicheren Bereichen. Das vollständige Ausmass der Schäden war zunächst noch nicht bekannt.
Ukraine fordert weitere Luftabwehrsysteme
Der Angriff erfolgte nur kurze Zeit nach einem weiteren grossangelegten russischen Luftangriff auf ukrainische Städte. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben ebenfalls Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Besonders betroffen war unter anderem die westukrainische Stadt Lwiw nahe der polnischen Grenze.
Die russischen Angriffe zielen nach Einschätzung ukrainischer Behörden darauf ab, die Luftabwehr des Landes zunehmend zu belasten. Besonders gegen ballistische Raketen gelten Patriot-Systeme als wichtiges Verteidigungsmittel.
Die Ukraine hat wiederholt erklärt, dass sie weitere Luftabwehrsysteme benötigt. US-Präsident Donald Trump äusserte sich zuletzt zurückhaltend zu einer möglichen Unterstützung bei der Produktion oder Lieferung weiterer Patriot-Systeme.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 verteidigt sich die Ukraine mit Unterstützung westlicher Partner gegen die Invasion.
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Auch Angriffe auf russisches Gebiet gemeldet
Parallel zu den russischen Angriffen meldete Russland auch ukrainische Drohnenangriffe. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, dass vier Drohnen abgeschossen worden seien. Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten wurden zunächst nicht gemacht.
Das ukrainische Militär greift regelmässig Ziele auf russischem Gebiet an. Damit soll nach ukrainischer Darstellung Druck auf Russland ausgeübt und der Krieg auch auf das Territorium des Angreifers getragen werden.
Die Auswirkungen dieser Angriffe stehen jedoch nicht im Verhältnis zu den grossflächigen Zerstörungen, die Russland in der Ukraine verursacht hat.
Russland erlässt Haftbefehl gegen Kreml-Kritikerin
Neben den militärischen Entwicklungen sorgt auch ein Vorgehen gegen eine russische Oppositionelle für Aufmerksamkeit. Ein Moskauer Gericht erliess in Abwesenheit Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa, die Tochter des 2015 ermordeten Kremlkritikers Boris Nemzow.
Nemzowa wurde nach Angaben des Gerichts zur Fahndung ausgeschrieben. Hintergrund ist ihre Tätigkeit für eine deutsche Organisation, die von Russland als unerwünscht eingestuft wurde.
Die von ihr gegründete Boris-Nemzow-Stiftung für Freiheit wurde 2024 vom russischen Justizministerium auf eine entsprechende Liste gesetzt. Bei einer Verurteilung könnte Nemzowa eine mehrjährige Haftstrafe drohen.
Nemzowa kritisierte den Schritt und erklärte, der russische Machtapparat verstärke seine Bemühungen, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen.






