Im Kanton Neuenburg sind seit Anfang Juli 28 Fälle von Betrugsmaschen mit angeblichen Polizisten und Bankangestellten gemeldet worden. Der bisher bekannte Gesamtschaden beläuft sich auf rund 180’000 Franken. Die Polizei konnte 15 mutmassliche Täter identifizieren und warnt insbesondere ältere Menschen vor der Masche.
Täter geben sich als Polizisten oder Bankangestellte aus
Die Vorgehensweise der Betrüger ist laut Polizei in den meisten Fällen ähnlich. Die meist älteren Opfer erhalten einen Anruf, bei dem ihnen mitgeteilt wird, ihre Bankkarte oder ihr Konto sei gehackt worden.
Die Anrufer geben sich als Polizisten oder Bankangestellte aus und kündigen an, dass kurz darauf ein Mitarbeiter vorbeikomme, um die Bankkarte abzuholen. Tatsächlich erscheint wenig später eine Person an der Haustür, während das Opfer weiterhin mit dem ersten Täter telefoniert.
Durch die Ablenkung soll das Opfer den Betrug nicht erkennen. In einigen Fällen fordern die Täter die Betroffenen sogar auf, selbst zur Polizei zu gehen. Dabei wählen sie bewusst einen Zeitpunkt oder Umstände, die dies erschweren oder unmöglich machen.
Gefälschte Sicherheitsmassnahme mit der Bankkarte
Eine weitere Variante besteht darin, dass die Täter ihre Opfer auffordern, die Bankkarte zu zerschneiden. Dabei sollen die Betroffenen den Chip möglichst nicht beschädigen.
Die Anweisung wird als Sicherheitsmassnahme dargestellt. Tatsächlich kann sie den Tätern ermöglichen, die Karte später für betrügerische Zwecke zu verwenden, während das Opfer davon ausgeht, die Karte sei unbrauchbar.
Seit Anfang Juli wurden im Kanton Neuenburg 28 Fälle gemeldet. Der bisher bekannte Schaden beträgt rund 180’000 Franken. 15 mutmassliche Täter wurden identifiziert.
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Drei neue Fälle in der vergangenen Woche
Allein in der vergangenen Woche gingen bei der Polizei drei weitere Meldungen ein. In allen drei Fällen konnten mutmassliche Täter festgenommen werden. Einer der Festgenommenen befindet sich in Untersuchungshaft.
Die Polizei weist darauf hin, dass in mehreren aufgeklärten Fällen das schnelle Handeln der Opfer entscheidend war. Teilweise kontaktierten sie die Polizei bereits, bevor ein angeblicher Kurier bei ihnen eintraf.
So schützen Sie sich vor den Betrügern
Die Polizei Neuenburg empfiehlt insbesondere folgende Vorsichtsmassnahmen:
- Polizei und Banken verlangen niemals telefonisch die Herausgabe oder Zerstörung einer Bankkarte oder die Bekanntgabe einer PIN.
- Bei einem verdächtigen Anruf sollte man sofort auflegen und die Polizei unter 117 oder die eigene Bank selbst kontaktieren – möglichst über ein anderes Gerät.
- Niemals Bankkarten, Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen an der Haustür übergeben.
- Familie und Freunde sollten insbesondere ältere Menschen über diese Betrugsmasche informieren.
- Verdächtige Anfragen sollten umgehend der Polizei unter 117 gemeldet werden.
Die Polizei Neuenburg führt die Ermittlungen weiter, um noch flüchtige Tatverdächtige zu identifizieren. Personen, die einen solchen Betrugsversuch erlebt oder beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.






