Für viele Betroffene gab es kaum noch Hoffnung.
Chemotherapie und Immuntherapie hatten versagt, die Erkrankung war weiter fortgeschritten. Doch nun sorgt eine neue Krebs-Injektion weltweit für Aufmerksamkeit.
Bei mehreren Patienten verschwanden Tumore vollständig.
Studie zeigt überraschende Ergebnisse
In einer internationalen Studie mit 102 Patienten wurde das experimentelle Medikament Amivantamab getestet. Alle Teilnehmenden litten an fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren, die auf bisherige Behandlungen nicht mehr angesprochen hatten.
Die Ergebnisse überraschten selbst Fachleute.
Bei 43 Patienten schrumpften die Tumore deutlich oder verschwanden komplett. Bei 15 Betroffenen konnten Ärzte nach der Behandlung keine Tumorzellen mehr nachweisen.
Die Daten werden an der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Wie die Injektion funktioniert
Das Medikament greift Krebszellen gleichzeitig auf mehreren Ebenen an.
Amivantamab blockiert ein Protein namens EGFR, das Tumorwachstum fördern kann. Gleichzeitig hemmt es den sogenannten MET-Signalweg, den Krebszellen häufig nutzen, um Therapien zu umgehen. Zusätzlich unterstützt das Medikament das Immunsystem dabei, Krebszellen gezielt anzugreifen.
Genau diese Dreifach-Wirkung gilt als besonders vielversprechend.
Hoffnung für Patienten mit wenigen Optionen
Besonders bemerkenswert ist, dass die Studienteilnehmer bereits andere Therapien erfolglos durchlaufen hatten.
Professor Kevin Harrington vom Institute of Cancer Research sprach von ungewöhnlich starken Behandlungserfolgen bei Patienten, deren Erkrankung gegen Chemotherapie und Immuntherapie resistent geworden war.
Die durchschnittliche Überlebenszeit lag laut den präsentierten Daten bei 12,5 Monaten – ein relevanter Wert für eine Patientengruppe mit sehr begrenzten Behandlungsmöglichkeiten.
Noch kein Durchbruch – aber ein wichtiger Schritt
Trotz der positiven Resultate betonen Forscher, dass es sich weiterhin um klinische Studien handelt.
Amivantamab ist noch nicht als Standardtherapie für Kopf-Hals-Tumore zugelassen. Der Wirkstoff wird derzeit in zahlreichen weiteren Studien untersucht, unter anderem bei Lungen-, Darm-, Magen- und Hirntumoren.
Experten warnen deshalb davor, die Ergebnisse als Heilung von Krebs zu interpretieren. Dafür seien deutlich grössere und langfristige Untersuchungen notwendig.
Die neue Studie liefert eines der hoffnungsvollsten Signale der letzten Jahre für Patienten mit schwer behandelbaren Kopf-Hals-Tumoren.
Auch wenn noch viele Fragen offen sind, zeigen die Ergebnisse, dass moderne Krebsforschung zunehmend Wege findet, selbst resistente Tumore gezielt anzugreifen.
Für viele Betroffene könnte genau das ein neuer Hoffnungsschimmer sein.






