Ab morgen, dem 1. Juli 2026, gelten in der Schweiz neue Regeln – und die betreffen jeden. Vom Autofahrer auf der Autobahn über Eltern bis hin zu Menschen, die regelmässig Anrufe von Unbekannten erhalten. Wir erklären, was sich ändert – und was es kostet, wenn man es nicht weiss.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechtsüberholen auf der Autobahn: neu 200 Franken Ordnungsbusse
- Rechtsüberholen auf Hauptstrassen: 140 Franken
- Falsches Umfahren von Verkehrsinseln: 100 Franken
- Gewaltfreie Erziehung wird im Zivilgesetzbuch verankert
- Betrugsanrufe aus dem Ausland mit Schweizer Nummer werden blockiert
- 70-jähriges Rundstreckenverbot fällt – Formel 1 in der Schweiz theoretisch möglich
- Neue einheitliche Strassensignalisation tritt in Kraft
1. Verkehr: Rechtsüberholen wird teuer
Bisher führte das unerlaubte Rechtsvorbeifahren auf der Autobahn oft zu einer Strafanzeige – ein langer, bürokratischer Prozess. Das ändert sich ab Juli grundlegend.
Der Bundesrat hat die Verkehrsregelnverordnung angepasst: Wer auf der Autobahn unzulässig rechts vorbeifährt, erhält neu direkt eine Ordnungsbusse von 200 Franken. Auf Hauptstrassen kostet Rechtsüberholen 140 Franken. Das falsche Umfahren von Verkehrsinseln wird mit 100 Franken gebüsst.
Das Ziel: schnellere Abwicklung, weniger Bürokratie, klare Konsequenzen.
2. Erziehung: Gewalt ist ab Juli verboten
Das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung wird ab dem 1. Juli explizit im Schweizer Zivilgesetzbuch verankert. Körperliche Bestrafungen und erniedrigende Behandlungen sind damit ausdrücklich verboten.
Das Gesetz sieht keine direkten Sanktionen für Eltern vor – es soll primär präventiv wirken und das Bewusstsein schärfen. Der Bund verpflichtet die Kantone, ausreichend Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten zu bieten.
Das Parlament hatte die entsprechende Änderung im Juli 2025 verabschiedet.
3. Betrugsanrufe: Ende der gefälschten Schweizer Nummern
Wer kennt das nicht: Das Telefon klingelt, eine Schweizer Nummer erscheint – und am Apparat ist ein Betrüger aus dem Ausland. Ab dem 1. Juli ist damit Schluss.
Telekommunikationsanbieter sind ab sofort verpflichtet, Anrufe aus dem Ausland mit gefälschter Schweizer Mobilnummer zu kennzeichnen oder die angezeigte Anrufernummer zu entfernen. Sollte die Kennzeichnung technisch nicht möglich sein, muss der Anbieter die Nummer komplett entfernen.
Für Festnetznummern gilt diese Regelung bereits seit dem 1. Januar 2026.
4. Motorsport: Das 70-jährige Verbot fällt
Das ist die vielleicht überraschendste Änderung: Ab dem 1. Juli ist das traditionsreiche Verbot von Rundstreckenrennen auf Schweizer Strassen endgültig Geschichte.
Das Parlament hatte den Weg für das historische Comeback des Motorsports bereits 2023 mit einer Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes geebnet. Theoretisch wären damit wieder Formel-1- oder MotoGP-Rennen in der Schweiz möglich. Zuständig für Bewilligungen sind künftig die Kantone – unter Einhaltung von Sicherheitsstandards und Umweltschutzanforderungen.
5. Neue Strassensignalisation
Die Beschilderung auf Schweizer Strassen wird ab Juli einheitlicher und übersichtlicher. Der Bundesrat hat die Signalisationsverordnung revidiert:
- Veloverkehr: Neue Schilder auf rotem Grund
- Wanderwege: Gelbe Signalisation detaillierter geregelt
- Tourismus: Braune Tafeln für die «Grand Tour of Switzerland»
- Tempo-30-Zonen: Einheitlichere Beschriftung
- Velostreifen: Rot eingefärbt an gefährlichen Stellen
Fazit: Ab morgen gelten neue Regeln
Die Änderungen ab dem 1. Juli 2026 sind umfangreicher als viele denken. Wer auf der Autobahn rechts überholt, zahlt ab morgen 200 Franken – ohne Wenn und Aber. Und wer einen Anruf von einer Schweizer Nummer erhält, der aus dem Ausland kommt, wird künftig gewarnt.
Was ab morgen gilt, gilt für alle – Unwissenheit schützt nicht vor Busse.






