Nestlé baut sein Tierfuttergeschäft in Europa weiter aus. Der Lebensmittelkonzern investiert rund 520 Millionen Franken in ein neues Produktionswerk mit Logistikzentrum im norditalienischen Mantua. Ab 2029 sollen dort Nassfutter für Hunde und Katzen sowie Logistikdienstleistungen für verschiedene Nestlé-Marken gebündelt werden.
Neues Werk stärkt Produktion und Lieferketten
Mit der Investition erweitert Nestlé seine europäische Produktionskapazität im Bereich Tiernahrung. Das neue Werk in Mantua soll ab 2029 den Betrieb aufnehmen und die Zahl der Purina-Produktionsstandorte in Europa auf insgesamt 15 erhöhen.
Neben der Herstellung von Nassfutter für Hunde und Katzen wird am Standort auch ein modernes Logistikzentrum entstehen. Dort sollen künftig Logistikdienstleistungen für Purina und weitere Nestlé-Marken zentral gebündelt werden.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Investition die europäischen Lieferketten widerstandsfähiger machen. Gleichzeitig erwartet Nestlé eine effizientere Logistik mit kürzeren Transportwegen sowie Einsparungen beim Energie- und Wasserverbrauch und bei den CO₂-Emissionen.
Italien unterstützt das Projekt
Das Bauvorhaben war bereits im vergangenen Jahr von der Europäischen Kommission genehmigt worden.
Italien unterstützt die Investition mit einer staatlichen Beihilfe von 60 Millionen Euro. Nach Einschätzung der EU soll die Förderung dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors zu stärken, die Ernährungssicherheit zu verbessern sowie Umwelt- und Klimaziele zu unterstützen. Gleichzeitig soll das Projekt die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Region fördern.
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Tiernahrung bleibt wichtiger Wachstumstreiber
Das Geschäft mit Heimtiernahrung zählt für Nestlé zu den strategischen Wachstumsfeldern. Unter Konzernchef Philipp Navratil gehört Petcare zu den vier zentralen Geschäftsbereichen mit besonderem Wachstumspotenzial.
Vor allem hochwertiges Nassfutter entwickelt sich dynamisch. Nach Unternehmensangaben wächst dieses Marktsegment insbesondere bei Katzenfutter mit rund acht Prozent pro Jahr.
In Europa leben mittlerweile rund 111 Millionen Katzen und 91 Millionen Hunde. Gleichzeitig investieren Haustierbesitzer zunehmend mehr Geld in Premiumprodukte. Der europäische Markt für Tiernahrung wird auf knapp 30 Milliarden Franken geschätzt.
Für Nestlé gewinnt dieser Geschäftsbereich weiter an Bedeutung. In Europa stammen inzwischen 29 Prozent des Umsatzes aus der Sparte Petcare, weltweit liegt der Anteil bei 21 Prozent.
Bereits Anfang des Jahres hatte der Konzern Investitionen von rund 370 Millionen Franken in ein neues Tierfutterwerk in Brasilien angekündigt. Mit dem neuen Standort in Italien setzt Nestlé seine internationale Wachstumsstrategie im Heimtiergeschäft konsequent fort.






