Anderthalb Wochen nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya sind in Nepal zwei weitere Menschen lebend geborgen worden. Ein chinesischer Staatsbürger wurde aus einem verschütteten Tunnel eines Wasserkraftprojekts gerettet. Zudem fanden Einsatzkräfte eine 64-jährige Frau lebend in ihrem von Schlammmassen bedeckten Haus.
Mann aus Tunnel gerettet, Frau in Haus entdeckt
Nach Angaben der nepalesischen Armee und Polizei sind anderthalb Wochen nach der schweren Sturzflut zwei weitere Menschen lebend gefunden worden. Ein chinesischer Staatsbürger wurde aus einem Tunnel des Wasserkraftprojekts Upper Trishuli-1 gerettet, wie ein Sprecher der nepalesischen Armee am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Auf von der Armee veröffentlichten Fotos ist zu sehen, wie der Mann mit schlammverschmierten Händen von zwei Soldaten aus dem Tunnel geführt wird. Bereits am Freitag waren zwei Arbeiter aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks gerettet worden, nachdem dieser durch die Sturzflut verschüttet worden war.
Auch im Bezirk Nuwakot gelang den Einsatzkräften eine Rettung. Dort wurde eine 64-jährige Frau lebend aus ihrem weitgehend von Schlammmassen bedeckten Haus geborgen.
Die Frau wurde anschliessend zur medizinischen Behandlung in die nepalesische Hauptstadt geflogen. Ein Polizeibeamter bestätigte die Rettung gegenüber AFP.
Zahl der Toten steigt auf mindestens 1375
Die Sturzflut hatte sich am Mittwoch der vergangenen Woche im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China ereignet. Ganze Ortschaften wurden durch die Wassermassen und Schlammlawinen zerstört.
Laut GMX stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer inzwischen auf mindestens 1375. Davon wurden 1344 Tote in Nepal registriert. Gleichzeitig werden weiterhin mehr als 5500 Menschen vermisst.
Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche Arbeiter, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme beschäftigt waren. Gerade diese Baustellen und Tunnel stellen die Rettungskräfte vor grosse Herausforderungen.
Rettungseinsätze gehen weiter
Die beiden jüngsten Rettungen geben den Einsatzkräften trotz der hohen Opferzahl neue Hoffnung. Dass auch mehr als eine Woche nach der Katastrophe noch Menschen lebend gefunden werden, zeigt, dass die Suche nach Vermissten weiterhin fortgesetzt wird.
Gleichzeitig bleiben die Bedingungen schwierig. Verschüttete Tunnel, zerstörte Gebäude und grosse Mengen an Schlamm und Geröll erschweren den Zugang zu möglichen Aufenthaltsorten von Vermissten.
Die nepalesischen Behörden und Rettungskräfte setzen ihre Such- und Bergungsarbeiten deshalb weiter fort. Wie viele der weiterhin vermissten Menschen noch gefunden werden können, ist derzeit nicht bekannt.






