Nach der schweren Sturzflut im Himalaya warnen die nepalesischen Behörden vor einer möglichen weiteren Katastrophe. Im Mittelpunkt steht der Fluss Bhotekoshi, über den bereits am Mittwoch eine gewaltige Flutwelle floss. Die Bevölkerung in mehreren betroffenen Regionen wurde zur Vorsicht aufgerufen.
Behörden warnen vor weiterer Gefahr
Laut GMX teilte Nepals Katastrophenschutz über die Online-Plattform X mit, dass am Bhotekoshi weiterhin eine mögliche Gefahr bestehe. Die Warnung richtet sich insbesondere an die Menschen in den Gebieten Rasuwa, Nuwakot und Dhading.
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, besonders vorsichtig zu sein und die Entwicklung der Lage aufmerksam zu verfolgen. Weitere Angaben dazu, wann oder wodurch eine mögliche neue Flutwelle ausgelöst werden könnte, wurden zunächst nicht gemacht.
Am Mittwoch hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Abbruch eines Gletschers im Grenzgebiet zwischen Nepal und China eine massive Sturzflut ausgelöst. Die Wassermassen bahnten sich ihren Weg über den Bhotekoshi und verursachten auf ihrem Verlauf schwere Zerstörungen.
Die Flut traf zunächst Gebiete auf nepalesischem Territorium, bevor die Wassermassen weiter in den Südwesten Tibets gelangten und anschliessend wieder Richtung Nepal flossen. Zahlreiche Strassen und Verkehrsverbindungen wurden beschädigt oder unpassierbar.
Fast 3.000 Menschen werden noch vermisst
Das Ausmass der Katastrophe wird auch an den Opferzahlen deutlich. Nach jüngsten Angaben der Behörden in Nepal und China wurden bislang 691 Todesopfer registriert.
Auf chinesischer Seite erhöhten die Behörden in der Autonomen Region Tibet die Zahl der bestätigten Todesfälle zuletzt von sieben auf 16. Gleichzeitig ging die Zahl der dort vermissten Menschen auf 546 zurück.
In Nepal werden weiterhin mehr als 2400 Menschen vermisst. Zusammengerechnet gelten damit rund 3000 Menschen in Nepal und China als vermisst. Unter den Vermissten befinden sich auch zahlreiche ausländische Staatsangehörige.
Die Rettungs- und Sucharbeiten laufen unter schwierigen Bedingungen weiter. Schlamm, Geröll und beschädigte Verkehrswege erschweren den Zugang zu den betroffenen Gebieten und behindern die Suche nach Vermissten.
Gefahr durch Wasser und instabile Gebiete
Die neue Warnung zeigt, dass die Katastrophengefahr in der Region noch nicht vollständig gebannt ist. Nach einer schweren Sturzflut können sich Flussläufe verändern und instabile Hänge oder aufgestaute Wassermassen zusätzliche Risiken darstellen.
Für die Menschen entlang des Bhotekoshi bedeutet dies, dass die Situation auch nach dem ersten grossen Flutereignis aufmerksam beobachtet werden muss. Die Behörden in Nepal setzen deshalb weiterhin auf Warnungen und Vorsichtsmassnahmen.
Wie sich die Lage am Fluss weiterentwickelt und ob es zu einer weiteren Flut kommt, war zunächst offen. Die Suche nach Vermissten und die Versorgung der betroffenen Bevölkerung bleiben gleichzeitig die wichtigsten Aufgaben der Einsatzkräfte.






