Was vom Nato-Gipfel zu erwarten ist
Die Nato steht vor einem schwierigen Treffen.
In Ankara kommen die 32 Staats- und Regierungschefs zusammen – mit vielen offenen Fragen: Wie geht es mit der Ukraine-Hilfe weiter? Wie stark setzt Donald Trump die europäischen Partner unter Druck? Und kann das Bündnis trotz interner Spannungen geschlossen auftreten?
Trump sorgt vor Gipfel für Spannung
US-Präsident Donald Trump hat bereits vor Beginn des Treffens erneut Kritik an europäischen Nato-Partnern geäussert.
Besonders die Verteidigungsausgaben grosser Länder wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien stehen im Fokus.
Trump bezeichnete unter anderem den deutschen Beitrag zur Nato als «lächerlich» und forderte erneut höhere Investitionen.
Laut GMX könnten die Themen Ukraine-Krieg, Iran-Konflikt und die Finanzierung der Verteidigung zu den grössten Streitpunkten des Gipfels werden.
Europa will geschlossen auftreten
Für Bundeskanzler Friedrich Merz geht es darum, ein Zeichen der Stärke zu setzen.
Deutschland möchte zeigen, dass Europa mehr Verantwortung übernimmt – gleichzeitig aber die transatlantische Zusammenarbeit mit den USA erhalten bleibt.
Aus Berliner Regierungskreisen heisst es, man hoffe auf einen sogenannten «Geist von Ankara».
Das Ziel:
- mehr europäische Eigenständigkeit
- stärkere Verteidigungsfähigkeit
- weiterhin enge Zusammenarbeit mit den USA
Neue Milliardenhilfe für die Ukraine geplant
Ein zentrales Thema bleibt der Krieg in der Ukraine.
Nach bisherigen Plänen soll Kiew neue langfristige Unterstützung erhalten.
Geplant ist eine Finanzierung von:
- rund 70 Milliarden Euro pro Jahr
- insgesamt etwa 140 Milliarden Euro über zwei Jahre
- Unterstützung bei Ausrüstung, Ausbildung und militärischen Bedarf
Die Nato-Staaten wollen damit ein Signal senden, dass die Unterstützung trotz des langen Krieges weitergeht.
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Trump spricht über möglichen Frieden
Donald Trump überraschte kurz vor dem Gipfel mit Aussagen zum Ukraine-Krieg.
Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärte er, eine Einigung sei näher, als viele Menschen glauben würden.
Ob daraus konkrete Schritte entstehen, bleibt jedoch offen.
Die bisherigen Vermittlungsversuche der USA hatten kaum Fortschritte gebracht.
Iran-Konflikt belastet das Bündnis
Auch der Konflikt mit Iran sorgt für Diskussionen.
In der geplanten Gipfelerklärung wird das Thema voraussichtlich nur kurz erwähnt. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Sicherheit der wichtigen Handelsroute durch die Strasse von Hormus.
Trump hatte zuvor mehrfach kritisiert, dass viele Verbündete die US-Politik gegenüber Iran nicht ausreichend unterstützt hätten.
Nato erhöht Verteidigungsausgaben
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht Fortschritte bei den Bündnispartnern.
Europa und Kanada investieren inzwischen deutlich mehr in Verteidigung.
Nach Angaben der Nato steigen die klassischen Verteidigungsausgaben weiter an. Besonders seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben viele Länder ihre Budgets erhöht.
Erdogan nutzt Gipfel als Bühne
Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der Gipfel ein wichtiger Erfolg.
Die Türkei kann sich als zentrale Macht innerhalb der Nato präsentieren – unter anderem wegen ihrer zweitgrössten Armee im Bündnis.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren allerdings weiterhin den Umgang der türkischen Regierung mit Oppositionellen.
Treffen zwischen Trump und Meloni mit Spannung erwartet
Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Verhältnis zwischen Trump und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Nach einem Streit über eine angebliche Begegnung beim G7-Gipfel sorgte Trump zuletzt erneut für Diskussionen.
Das Treffen der beiden Politiker in Ankara dürfte daher besonders beobachtet werden.






