Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat das neue «Nancy Grace Roman Space Telescope» ins All gestartet. Das leistungsstarke Weltraumteleskop soll in den kommenden Jahren Milliarden von Himmelsobjekten untersuchen und grosse Datenmengen liefern. Es ergänzt die älteren Weltraumteleskope Hubble und James Webb bei der Erforschung des Universums.
Das «Nancy Grace Roman Space Telescope» startete mit einer «Falcon Heavy»-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Das Teleskop ist nach Nancy Grace Roman benannt, einer der ersten Frauen in leitender Position bei der NASA.
Der Start markiert einen wichtigen Schritt für die astronomische Forschung. Das neue Observatorium soll unter anderem Exoplaneten, explodierende Sterne und Schwarze Löcher untersuchen und dabei deutlich grössere Datenmengen erzeugen als frühere Weltraumteleskope.
Laut GMX soll das Teleskop in etwa einem Monat seine rund 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernte Umlaufbahn erreichen. Mit den ersten wissenschaftlichen Bildern wird voraussichtlich Anfang 2027 gerechnet. Das Gesamtbudget der Mission liegt bei mehr als vier Milliarden US-Dollar.
Roman soll Hubble deutlich übertreffen
Das neue Weltraumteleskop arbeitet grundsätzlich nach einem ähnlichen Prinzip wie Hubble. Während Hubble seit 1990 die Erde umkreist und vor allem sichtbares Licht sowie ultraviolette und nahinfrarote Strahlung beobachtet, soll Roman wesentlich grössere Bereiche des Himmels in kürzerer Zeit erfassen.
Hubble hat seit seinem Start zahlreiche ikonische Aufnahmen von Galaxien, Nebeln und Sternhaufen geliefert. Das Teleskop gilt jedoch nach mehr als 35 Jahren im Einsatz als technisch gealtert und ist nur noch eingeschränkt funktionsfähig.
Der Leistungsunterschied zwischen den beiden Observatorien soll erheblich sein. Beobachtungen, für die Hubble nach Angaben von NASA-Wissenschaftlern rund ein Jahrhundert benötigen würde, soll Roman innerhalb eines Monats durchführen können.
Auch bei der Datenmenge wird ein grosser Unterschied erwartet. Hubble hat während seiner bisherigen Einsatzzeit insgesamt rund 400 Terabyte an Daten gesammelt. Roman soll dagegen mehr als 500 Terabyte Daten pro Jahr liefern.
Milliarden von Himmelsobjekten im Blick
Mit dem neuen Teleskop wollen Astronomen grosse kosmologische Fragen untersuchen. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung des Universums, die Entstehung und Entwicklung von Galaxien sowie die Suche und Untersuchung von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.
Roman soll dabei einen besonders grossen Teil des Himmels erfassen. Die Kombination aus grossem Sichtfeld und hoher Empfindlichkeit ermöglicht Untersuchungen, die mit Hubble nur mit wesentlich höherem Zeitaufwand möglich wären.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Dunklen Energie und der Dunklen Materie. Beide Phänomene spielen eine zentrale Rolle für das Verständnis der Entwicklung des Universums, sind bislang jedoch nicht vollständig verstanden.
Ergänzung zu Hubble und James Webb
Roman soll die bestehenden Weltraumteleskope nicht einfach ersetzen. Vielmehr ist die Mission als Ergänzung zu anderen Observatorien angelegt.
Bereits Ende 2021 startete das «James Webb Space Telescope». Es arbeitet in anderen Frequenzbereichen als Hubble und Roman und ermöglicht dadurch wiederum andere Beobachtungen des Universums.
Während Hubble mit seinen Aufnahmen seit Jahrzehnten das Bild des Kosmos geprägt hat und James Webb insbesondere tiefe Einblicke in das infrarote Universum ermöglicht, soll Roman vor allem grosse Himmelsbereiche systematisch untersuchen.
Damit entsteht ein Zusammenspiel verschiedener Weltraumteleskope, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Das neue NASA-Observatorium soll dabei eine besonders grosse Menge an Beobachtungsdaten liefern.
Mit dem Start beginnt nun die nächste Phase der Mission. Nach dem Flug zur vorgesehenen Umlaufbahn müssen die wissenschaftlichen Instrumente in Betrieb genommen und kalibriert werden. Die ersten Bilder werden Anfang 2027 erwartet.






