Nach einer tödlichen Attacke im niederländischen Overasselt nahe der deutschen Grenze stehen 32 Personen unter Mordverdacht. Bei dem nächtlichen Angriff wurde ein Personenschützer getötet, zwei Polizisten wurden schwer verletzt. Insgesamt nahm die Polizei 34 Personen fest und beschlagnahmte zahlreiche Waffen, darunter Kalaschnikows.
Der Gewaltakt ereignete sich am Dienstagmorgen gegen 4.00 Uhr in dem Dorf Overasselt bei Nimwegen. Mehr als 30 vermummte und teilweise schwer bewaffnete Personen waren zu einem Wohnhaus gezogen.
Im Anschluss wurde ein dort eingesetzter Personenschützer getötet. Zwei Polizisten erlitten schwere Verletzungen. Nach dem Angriff rückten Spezialeinheiten an und suchten mehrere Stunden nach den mutmasslichen Tätern.
Die Polizei riegelte das Dorf ab und nahm insgesamt 34 Personen fest. Zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt, darunter auch Kalaschnikows. Zwei der Festgenommenen wurden später vorläufig wieder freigelassen.
32 Personen unter Mordverdacht
Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft stehen nun 32 Personen unter Mordverdacht. Sie sollen zunächst gemeinsam als Bande beschuldigt werden und werden dem Haftrichter vorgeführt.
Die Verdächtigen sind zwischen 16 und 32 Jahre alt und stammen aus insgesamt sechs Ländern. Unter ihnen befinden sich 16 Franzosen, elf Niederländer, zwei Algerier sowie jeweils eine Person aus Libyen, der Ukraine und Belgien.
Laut GMX stehen die 32 Verdächtigen neben dem Mordvorwurf auch unter Verdacht des versuchten Mordes beziehungsweise der Beihilfe dazu im Zusammenhang mit den beiden verletzten Polizisten.
Konflikt um Kokainlieferung als mögliches Motiv
Nach Medienberichten könnte ein Konflikt zwischen Drogenbanden hinter der Attacke stehen. Dabei soll es um eine Lieferung von Kokain gegangen sein.
Ziel des Angriffs soll der 28-jährige Jan G. gewesen sein. Der Mann wohnte mit seiner Familie in dem betroffenen Haus und war in diesem Jahr wegen Drogendelikten zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden.
Die Berufung durfte er jedoch in Freiheit abwarten. Das Wohnhaus war bereits zweimal zuvor Ziel eines Anschlags geworden.
Nach der jüngsten Attacke wurde behördlich angeordnet, dass das Gebäude für ein Jahr nicht bewohnt werden darf. Damit soll offenbar verhindert werden, dass es erneut zum Ziel eines Angriffs wird.
Weitere Vorwürfe gegen die Verdächtigen
Neben dem Mord an dem Personenschützer und den Vorwürfen im Zusammenhang mit den verletzten Polizisten werden den Verdächtigen weitere Straftaten zur Last gelegt. Dazu gehört auch der Verdacht der versuchten Freiheitsberaubung.
Die niederländischen Behörden müssen nun klären, welche Rolle die einzelnen Personen bei der Attacke gespielt haben. Die gemeinsame Beschuldigung als Bande bedeutet dabei zunächst nicht, dass alle Verdächtigen im gleichen Umfang an den einzelnen Taten beteiligt waren.
Der Fall hat in den Niederlanden für grosse Aufmerksamkeit gesorgt. Politiker verurteilten die Gewalt, während die Ermittlungen und die juristische Aufarbeitung weiterlaufen.






