Die Wut ist gross – doch das Gericht in Sion lässt Moretti frei
Es ist eine Entscheidung, die in Italien wie in der Schweiz für heftige Reaktionen sorgt: Der Eigentümer des Nachtlokals „Le Constellation“ in Crans-Montana, Jacques Moretti, ist gegen eine Kaution von 200.000 Franken aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
Dem 53-Jährigen wird vorgeworfen, mitverantwortlich zu sein für eine Tragödie, bei der 40 Menschen ums Leben kamen – darunter viele junge Italienerinnen und Italiener. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Mord, Körperverletzung und Brandstiftung.
Freilassung trotz schwerer Vorwürfe
Der Entscheid fiel durch das Zwangsmassnahmengericht von Sion. Laut der Urteilsbegründung sei eine neue Bewertung des Fluchtrisikos erfolgt. Die Richter betonten, dass die Herkunft der Kautionszahlung geprüft worden sei. Das Geld stammt offenbar von einem engen Freund Morettis, der anonym bleiben möchte.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hatte zunächst strenge Auflagen gefordert – und erhielt sie teilweise: Moretti darf die Schweiz nicht verlassen, muss alle Ausweispapiere abgeben und sich regelmässig bei der Polizei melden.
Er sei, so heisst es aus Justizkreisen, unter ständiger Überwachung und dürfe das Kantonsgebiet nicht verlassen, ausser mit ausdrücklicher Genehmigung. Laut ansa.it wurde Moretti mit Rücksicht auf die „Form der Beteiligung“ und die „Art der Beziehung zur mitangeklagten Person“ unter Auflagen freigelassen.
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Ermittlungen gegen Jacques und Jessica Moretti
Gegen Jacques Moretti und seine Frau Jessica Maric laufen umfassende Ermittlungen. Ihnen wird vorgeworfen, durch Missachtung von Sicherheitsvorschriften eine Katastrophe ausgelöst zu haben. In der Nacht der Tragödie war das Lokal überfüllt – zahlreiche Sicherheitsvorgaben sollen ignoriert worden sein.
Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud bestätigte, dass gegen die Verantwortlichen wegen fahrlässiger Tötung, versuchtem Mord und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt werde.
Italienische Regierung reagiert empört
Italiens Aussenminister Antonio Tajani verurteilte die Freilassung öffentlich:
„Wir respektieren die Entscheidung der Schweizer Justiz, aber wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.“
Auch der italienische Vizepremier Matteo Salvini äusserte sich – auf X (ehemals Twitter) nannte er die Entscheidung „eine Schande“ und veröffentlichte ein Foto des Ehepaars Moretti.
Der Fall bleibt hochemotional
Die Katastrophe von Crans-Montana hat nicht nur Familien erschüttert – sie hat ein ganzes Land bewegt. Der Vorwurf: Mehr Profit als Sicherheit. Die Justiz muss nun klären, was in jener Nacht wirklich geschah – und wer dafür die Verantwortung trägt.










