Die Festnahme einer jungen Mutter sorgt in den USA für politische Spannungen.
Während das Weisse Haus sie als „kriminelle Einwanderin“ darstellt, erhebt die Mutter schwere Vorwürfe – gegen die Regierung und gegen die Familie ihres früheren Partners.
Sie sagt: Ihre Geschichte werde bewusst verzerrt. Und sie habe dafür einen hohen Preis bezahlt.
Die Mutter widerspricht dem Weissen Haus
In einem Interview mit der Washington Post äussert sich Bruna Ferreira erstmals ausführlich zu den Vorwürfen.
Sie nennt die Darstellung der Regierung, sie sei eine abwesende oder problematische Mutter, „widerlich“.
Ferreira sagt, sie habe einen Fehler gemacht, als sie Karoline Leavitt – heute Pressesprecherin des Weissen Hauses unter Präsident Donald Trump – zur Patin ihres Sohnes machte.
Die Familie Leavitt stellt die Situation hingegen anders dar: distanziert, problematisch, schwierig.
Laut Newsweek.com sorgt genau diese widersprüchliche Wahrnehmung nun landesweit für Debatten.
Warum der Fall landesweit Schlagzeilen macht
Der Fall ist politisch brisant, denn Leavitt ist eine der lautesten Unterstützerinnen von Trumps harter Linie gegen illegale Einwanderung.
Dass die Mutter ihres Neffen selbst von ICE festgenommen wurde, macht den Vorgang besonders explosiv.
Was passiert ist:
Festnahme am 12. November durch die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE
Ferreira ist brasilianische Staatsbürgerin, reiste mit sechs Jahren legal ein
Sie besass früher DACA-Status, verlor diesen später
Der Grund der Festnahme: Überziehung ihres Kindervisums, wodurch sie heute als „illegal im Land“ gilt
Das Weisse Haus nennt sie sogar eine „kriminelle Einwanderin“ – ein Vorwurf, den Ferreira und ihr Anwalt scharf zurückweisen.
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Vorwürfe, Missverständnisse und alte Akten
Eine Sprecherin des DHS behauptete gegenüber Medien, Ferreira sei wegen Körperverletzung vorbestraft.
Ihr Anwalt erklärt jedoch, dass dies auf einen Vorfall aus dem Jahr 2008 zurückgehen könne, als sie 16 Jahre alt war.
Das Verfahren wurde eingestellt, Ferreira wurde nie verhaftet.
Trotzdem wird dieser Vorfall nun in politischen Diskussionen wieder hervorgeholt.
Ferreira selbst betont, dass sie immer ein gutes Verhältnis zur Familie Leavitt gehabt habe – bis jetzt:
„Ich habe Karoline gebeten, die Patin meiner einzigen Schwester zu werden. Das war ein Fehler.“
Die Haltung der Familie Leavitt
Michael Leavitt, der Vater des Kindes, weist jede Beteiligung an der Festnahme zurück.
Er schreibt der Washington Post:
„Ich bin in keiner Weise an der Verhaftung beteiligt. Ich möchte, dass mein Sohn eine Beziehung zu seiner Mutter hat.“
Ihr Anwalt Todd Pomerleau unterstreicht, dass es keinen Konflikt gebe:
„Das ist kein Rosenkrieg. Zwei junge Menschen waren verlobt, hatten ein Kind – und die Beziehung ging auseinander. So wie bei vielen anderen auch.“
Wie geht es weiter?
Ferreira sitzt weiterhin in einer ICE-Haftanstalt in Louisiana.
Sie wartet nun auf ein mögliches Abschiebeverfahren nach Brasilien.
Am schwersten trifft sie aber etwas anderes:
Sie hatte seit ihrer Festnahme keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn.





