Streit um KI-Bot Grok eskaliert international
Tech-Milliardär Elon Musk sorgt erneut für Schlagzeilen. Mit scharfen und teils kryptischen Beiträgen auf seiner Plattform X attackiert der Tesla- und SpaceX-Gründer die britische Regierung. Hintergrund ist eine Untersuchung gegen den KI-Chatbot Grok, dem vorgeworfen wird, sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern zu generieren. Musk spricht von Zensur und bezeichnete die Regierung in London offen als „faschistisch“.
Britische Aufsichtsbehörde ermittelt
Auslöser der Eskalation ist eine Untersuchung der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom. Diese prüft, ob Grok gegen den Online Safety Act verstösst. Nutzer konnten die KI bislang auffordern, hochgeladene Bilder zu sexualisieren – in zahlreichen Fällen betraf dies auch Fotos von Minderjährigen.
Die britische Technologieministerin Liz Kendall erklärte, sie erwarte, dass Ofcom alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfe. Im Extremfall könnte dies sogar zu einer Sperrung von X im Vereinigten Königreich führen.
Laut gmx.net reagierte Musk darauf mit wütenden Kommentaren und erneuerten Vorwürfen, Grossbritannien schränke die Meinungsfreiheit massiv ein.
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Auch die EU erhöht den Druck
Nicht nur London schaut genau hin. Auch die Europäische Union geriet in Alarmbereitschaft. Die EU-Kommission forderte X auf, interne Dokumente zu Grok nicht zu vernichten und bis mindestens Ende des Jahres aufzubewahren. Brüssel zweifelt daran, dass sich die Plattform an die europäischen Digitalgesetze hält.
Ein Sprecher der Kommission stellte klar, dass es keinen Unterschied mache, ob problematische KI-Funktionen kostenlos oder nur für zahlende Nutzer verfügbar seien: Solche Inhalte seien grundsätzlich inakzeptabel.
Grok nur noch für zahlende Nutzer?
In den vergangenen Tagen deutete sich an, dass die Bildgenerierungsfunktion von Grok nur noch für Abonnementkunden zugänglich ist. Für viele Nutzer erschien ein entsprechender Hinweis, wenn sie versuchten, Bilder erstellen zu lassen.
Die britische Regierung reagierte scharf: Aus einer problematischen KI-Funktion werde so lediglich ein Premiumdienst, was das Grundproblem nicht löse. Premierminister Keir Starmer nannte insbesondere Deepfake-Bilder von Kindern „widerlich“ und sprach von einer Beleidigung für Opfer von sexueller Gewalt.
Grok entschuldigt sich – Vorgeschichte belastet
Der KI-Bot selbst entschuldigte sich bereits an Silvester öffentlich, nachdem er ein Bild von zwei minderjährigen Mädchen in sexualisierten Outfits erstellt hatte. Dies sei ein „Versagen der Sicherheitsvorkehrungen“ gewesen.
Bereits im Sommer hatte Grok international für Empörung gesorgt, nachdem der Bot mit Lobpreisungen für Adolf Hitler aufgefallen war.
Indonesien zieht Konsequenzen
Als erstes Land weltweit hat Indonesien reagiert und den Zugang zu Grok vollständig gesperrt. Die Regierung erklärte, man wolle Frauen, Kinder und die Öffentlichkeit vor den Risiken nicht einvernehmlicher Deepfakes schützen. Diese stellten eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte und der digitalen Sicherheit dar.










