Bei mehreren Schweizer Mobilfunkanbietern sind die Preise bestehender Abos seit 2023 schrittweise gestiegen. Eine Analyse von Dschungelkompass.ch und der Organisation Konsumentenschutz zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Gleichzeitig können Neukunden teilweise von günstigeren Angeboten profitieren als langjährige Kundinnen und Kunden.
Salt verzeichnet stärksten Preisanstieg
In den vergangenen Monaten haben unter anderem Swisscom, Salt und Sunrise die Preise bestehender Mobilfunkabos erhöht. Die Anpassungen fielen teilweise klein aus, erfolgten bei einzelnen Anbietern jedoch mehrfach.
Gemäss der Analyse von Dschungelkompass.ch und Konsumentenschutz weist Salt seit 2023 den stärksten Preisanstieg unter den untersuchten Anbietern auf. Dahinter folgen Lebara, Yallo, Sunrise, Wingo und Swisscom.
Beim Abo Salt Swiss Max lag der Preis Anfang 2023 bei 23.95 Franken pro Monat. Heute kostet das Angebot 27.95 Franken. Das entspricht einer Erhöhung von 16,7 Prozent, die in drei Schritten erfolgte.
Bei Lebara betrug der Anstieg 12,8 Prozent, bei Yallo 12,5 Prozent. Sunrise erhöhte die Preise um 9,3 Prozent, während Wingo auf ein Plus von 8 Prozent kommt.
Die verglichenen Angebote umfassen jeweils Abos mit unbegrenzter Telefonie, SMS und Datennutzung innerhalb der Schweiz.
Einige Anbieter haben Preise nicht erhöht
Nicht alle Mobilfunkanbieter haben ihre Preise im untersuchten Zeitraum angehoben. In der Analyse werden unter anderem Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile, Gomo, iWay, Lidl Connect, Mucho Mobile, Post Mobile, Quickline, SAK, Spusu, Swype und Talktalk genannt.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Teleboy. Das Unternehmen verlangte Anfang 2023 für das Abo Swiss noch 25 Franken. Heute kostet das entsprechende Angebot 12.90 Franken und damit deutlich weniger.
Die Entwicklung zeigt, dass sich der Mobilfunkmarkt nicht einheitlich bewegt. Während einige Anbieter ihre bestehenden Tarife verteuert haben, sind bei anderen die Preise stabil geblieben oder sogar gesunken.
Neukunden erhalten teilweise deutlich bessere Konditionen
Für bestehende Kundinnen und Kunden kann ein weiterer Faktor entscheidend sein: Bei einem Anbieterwechsel sind aktuelle Angebote teilweise deutlich günstiger als ältere Abos, die weiterhin zum ursprünglichen oder inzwischen erhöhten Preis laufen.
Ein Beispiel liefert Migros Mobile. Das Abo Giga wurde 2023 zu einem befristeten Aktionspreis von 29.50 Franken angeboten. Nach Ablauf der Aktion stieg der Preis auf mittlerweile 60 Franken.
Wer heute zu Migros Mobile wechselt, kann dagegen das Abo Swiss Max für 25.95 Franken erhalten. Damit liegt der Preis weniger als halb so hoch wie beim aktuellen Giga-Abo. Gleichzeitig bietet das neuere Angebot laut der Analyse mehr Leistung.
Der Vergleich zeigt, dass ein lange bestehendes Abo nicht automatisch das günstigste Angebot eines Providers sein muss. Kundinnen und Kunden sollten deshalb nicht nur verschiedene Anbieter vergleichen, sondern auch die aktuellen Tarife ihres eigenen Mobilfunkunternehmens prüfen.
Treue schützt nicht automatisch vor höheren Preisen
Dschungelkompass.ch kommt zum Schluss, dass sich langjährige Kundentreue finanziell nicht immer auszahlt. Neukunden werden von Mobilfunkanbietern häufig mit zeitlich begrenzten Rabatten und speziellen Einstiegspreisen angesprochen.
Nach Ablauf solcher Aktionen kann der monatliche Preis jedoch deutlich steigen. Zusätzlich haben einige Anbieter die Preise bestehender Abos schrittweise erhöht.
Oliver Zadori, Gründer von Dschungelkompass.ch, empfiehlt deshalb, die Angebote regelmässig zu vergleichen. Besonders nach Ablauf eines Rabatts oder bei einer angekündigten Preiserhöhung könne sich ein Wechsel auf ein anderes Abo lohnen.
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies: Wer seit Jahren dasselbe Mobilfunkabo nutzt, sollte gelegentlich prüfen, ob der aktuelle Tarif noch konkurrenzfähig ist. Ein Wechsel innerhalb desselben Anbieters oder zu einem anderen Provider kann je nach Angebot mehrere Franken pro Monat sparen.






