„Wie willst du denn die deutsche Frau repräsentieren?“
Mit solchen Fragen werden zwei Finalistinnen der diesjährigen Wahl zur Miss Germany konfrontiert – nur weil sie ein Kopftuch tragen.
Was für die einen Normalität ist, wird für andere zur Provokation.
Zwei Frauen, viel Gegenwind
Bei der Wahl zur Miss Germany stehen neun Finalistinnen im Rampenlicht.
Darunter:
Büsra Sayed (27), Unternehmerin aus Berlin
Amina Ben Bouzid (28), Beraterin aus Wiesbaden
Beide tragen einen Hijab – und beide berichten von massiven Anfeindungen.
Sayed sagt:
„Ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog.“
„Wir sind deutsch“
Die Kritik trifft die Kandidatinnen vor allem online.
„Alltagsrassismus haben wir vorher schon erlebt“, sagt Sayed. Doch seit ihrer Finalteilnahme sei das Ausmass deutlich grösser geworden.
Auch Ben Bouzid berichtet:
„Ich vergesse selbst mein Kopftuch, weil es für mich so eine Normalität ist.“
Beide betonen:
Sie sehen ihre Kandidatur als Ehre
Sie wollen Vorbilder für junge Mädchen sein
Sie wollen zeigen, dass Deutsch-Sein vielfältig ist
„Wir sind deutsch“, sagen sie – und fügen mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir stosslüften auch.“
Laut gmx.ch berichten die Kandidatinnen, dass rund 90 Prozent der rassistischen oder sexistischen Kommentare von Männern stammen.
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Miss Germany will mehr als Schönheit
Die Wahl in den Bavaria Studios bei München hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.
Die Organisatoren betonen:
Kein klassischer Schönheitswettbewerb mehr
Fokus auf Gründerinnen, Führungspersönlichkeiten und Visionärinnen
Gesucht werden „zukünftige DAX-Vorständinnen“
Die amtierende Titelträgerin ist Valentina Busik, eine Ärztin, die mit Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen arbeitet.
Sayed tritt in der Kategorie „Female Founder“ an.
Ben Bouzid kandidiert als „Female Leader“.
Mehr als ein Wettbewerb
Die Debatte um das Kopftuch zeigt ein grösseres gesellschaftliches Thema:
Wer definiert, was „deutsch“ ist?
Warum werden Frauen stärker auf Äusserlichkeiten reduziert?
Weshalb sorgt Sichtbarkeit für so viel Gegenwind?
„Wenn Frauen in die Sichtbarkeit gehen, gibt es immer etwas, das kritisiert wird“, sagt Ben Bouzid.
Zu dick.
Zu dünn.
Zu laut.
Zu leise.
Oder eben: mit Kopftuch.










