Die Regierung des Kantons Graubünden hat ein Schutzprojekt für die Fraktion Sorte im Misox genehmigt. Die Gemeinden Lostallo, Grono und Cama wollen den Rià de la Molera verbauen und das Siedlungsgebiet künftig besser vor Hochwasser und Murgängen schützen. Das Projekt kostet rund 8,49 Millionen Franken.
Schutz vor Hochwasser und Murgängen
Der Rià de la Molera ist ein Wildbachsystem mit einem Einzugsgebiet von rund 4,44 Quadratkilometern. Der Bach entspringt am Piz de Groven und mündet in die Moesa. Das Gewässer wurde bereits in den 1920er-Jahren erstmals verbaut.
Das bestehende Verbauungssystem hatte sich über Jahrzehnte bewährt. Kleinere und mittlere Hochwasser verursachten zwar wiederholt Schäden, diese blieben jedoch räumlich begrenzt.
Im Juni 2024 führte intensiver Niederschlag im gesamten Misox zu einem schweren Hochwasserereignis. Der Rià de la Molera trat über die Ufer und übermurte Teile des Siedlungsgebiets sowie verschiedene Infrastrukturanlagen in Sorte.

Rückkehr in gefährdete Gebiete weiterhin nicht möglich
Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt, teilweise vollständig zerstört. Bei der Naturkatastrophe waren zudem Todesopfer zu beklagen. Die verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohner mussten aus dem gefährdeten Gebiet evakuiert werden.
Eine Rückkehr in die weiterhin hochgefährdeten Zonen ist nach Angaben des Kantons derzeit ausgeschlossen. Voraussetzung dafür sind die notwendigen Schutzmassnahmen, die mit dem nun genehmigten Projekt umgesetzt werden sollen.
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Ablenkdamm soll Sorte schützen
Das zentrale Element des Projekts ist ein Ablenk- beziehungsweise Retentionsdamm. Der Leitdamm soll die Fraktion Sorte vor Murgängen schützen. Diese werden gedrosselt unter dem Damm hindurchgeführt und anschliessend im bestehenden Bachgerinne abgeleitet.
Bei einem Überlauf wird das Wasser über ein neues, separates Hochwasserentlastungsgerinne nach Süden geführt und auf kurzem Weg in die Moesa geleitet. Der bestehende Bachlauf bleibt grundsätzlich erhalten, muss jedoch teilweise instandgesetzt werden.
Bei grossen Hochwasserereignissen mit intensiven Murgängen soll das Geschiebematerial gezielt nach Süden umgeleitet werden. Dadurch soll das Risiko für das Siedlungsgebiet von Sorte deutlich reduziert werden.

Rund 1,88 Millionen Franken Kantonsbeiträge
Die veranschlagten Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 8,49 Millionen Franken. Die Regierung sichert den Gemeinden einen Kantonsbeitrag nach Wasserbaugesetz von rund 1,7 Millionen Franken zu.
Zusätzlich ist ein Kantonsbeitrag nach Strassengesetz von 178’290 Franken vorgesehen. Damit beteiligt sich der Kanton auch an Massnahmen im Zusammenhang mit der kantonalen Verbindungsstrasse Italienische Strasse H13.
Für die H13 ist eine Warnanlage vorgesehen. Durch den Bau des Ablenkdamms soll der gefährdete Strassenabschnitt deutlich verkürzt und damit die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden verbessert werden.






