Dein Geld liegt sicher – oder? Nicht wenn Minuszinsen greifen
Sparer*innen kennen das Gefühl:
Man spart, verzichtet – und plötzlich wird das Konto trotzdem weniger.
Ohne Abhebung. Ohne Einkauf. Einfach so.
Was sind Minuszinsen?
Minuszinsen (auch Negativzinsen genannt) bedeuten, dass Sparer*innen für ihr Guthaben zahlen müssen – anstatt Zinsen dafür zu erhalten.
Beispiel:
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Früher: Du bekommst 0.5 % Zinsen auf 100’000 CHF
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Heute: Du zahlst z. B. –0.75 % auf dein Guthaben
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Nach einem Jahr bleiben dir 99’250 CHF
Der Zins wird vom Guthaben abgezogen, nicht dazugezählt.
Warum gibt es überhaupt Minuszinsen in der Schweiz?
Der Ursprung liegt in der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Gründe:
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Der SNB-Leitzins war bis 2022 bei –0.75 %, um den Franken gegenüber dem Euro künstlich zu schwächen
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Banken müssen auf Guthaben bei der SNB Gebühren zahlen – diese geben sie an Kund*innen weiter
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Ziel: Investitionen fördern, Geldumlauf erhöhen, Inflation stabil halten
Wer ist von Minuszinsen betroffen?
In der Schweiz galten lange Zeit Freigrenzen, z. B.:
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Bis 100’000–250’000 CHF keine Minuszinsen
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Darüber hinaus –0.5 % bis –1 %
Betroffen waren vor allem:
Vermögende Privatpersonen
Firmenkunden mit hohen Liquiditätsreserven
Teilweise auch Pensionskassen und Stiftungen
Manche Banken wie die PostFinance führten Negativzinsen bereits ab 50’000 CHF ein – vor allem bei Konten ohne weitere Produkte (Hypothek, Säule 3a etc.).
Aktueller Stand 2025: Sind Minuszinsen noch ein Thema?
Gute Nachrichten:
Seit der Leitzinswende durch die SNB im September 2022 (aktuell: 1.5 %) wurden viele Negativzinsen abgeschafft.
Aber:
Einige Banken behalten sich vor, bei starken Zinsschwankungen oder besonderen Kundenprofilen Minuszinsen erneut einzuführen.
Wichtig: Prüfe das Kleingedruckte deiner Bank, vor allem bei Geschäftskonten oder Sparkonten mit hohen Beträgen.
Was kannst du gegen Minuszinsen tun?
Du musst dich nicht damit abfinden. Hier ein paar smarte Strategien:
So schützt du dein Geld:
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Geld auf mehrere Banken verteilen (unterhalb Freigrenzen)
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Kombiprodukte nutzen (Hypothek + Sparkonto → oft Befreiung)
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Säule 3a-Konto eröffnen (steuerlich begünstigt, keine Negativzinsen)
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Langfristig investieren (ETF, Obligationen, Vorsorgefonds)
Achtung: Auf Bargeld zuhause gibt es zwar keine Minuszinsen – aber auch keine Sicherheit und keine Rendite.










