Die Versorgung der Schweiz mit Benzin, Diesel und anderen Mineralölprodukten ist trotz eines vorübergehenden Produktionsstopps in der Raffinerie Cressier NE weiterhin sichergestellt. Die Anlage musste wegen eines technischen Defekts ausser Betrieb genommen werden und dürfte auch in der kommenden Woche nicht produzieren. Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage wegen des niedrigen Rheinpegels angespannt.
Raffinerie Cressier vorübergehend ausser Betrieb
Die Erdölraffinerie im neuenburgischen Cressier musste diese Woche ihre Produktion vorübergehend einstellen, um einen technischen Defekt zu beheben. Nach aktuellem Stand wird die Anlage voraussichtlich auch in der kommenden Woche ausser Betrieb bleiben.
Die Raffinerie ist für die Schweizer Versorgung von erheblicher Bedeutung. Sie deckt etwas mehr als 30 Prozent des inländischen Bedarfs an Mineralölprodukten ab. Trotz des Produktionsausfalls ist die Versorgung mit Benzin, Diesel und weiteren Produkten derzeit gewährleistet.
Die zuständigen Stellen beobachten die Situation gemeinsam mit den betroffenen Branchen genau. Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei einer Verschärfung der Lage rasch geeignete Massnahmen ergriffen werden können.
Niedrigwasser auf dem Rhein belastet Versorgung
Der Ausfall in Cressier kommt zu einer bereits angespannten Versorgungssituation hinzu. Seit mehreren Wochen erschwert das niedrige Rheinwasser den Transport von Mineralölprodukten in die Schweiz.
Der Rhein ist für den Import von Treibstoffen und anderen Mineralölprodukten von grosser Bedeutung. Bei tiefen Wasserständen können Schiffe weniger Ladung transportieren, wodurch sich die Liefermöglichkeiten und Transportkapazitäten entsprechend verändern.
Die Akteure der Wirtschaftlichen Landesversorgung verfolgen deshalb die Entwicklung zusammen mit der Branche laufend. Sollte sich abzeichnen, dass die reguläre Versorgung vorübergehend nicht ausreicht, stehen zusätzliche Instrumente zur Verfügung.
Pflichtlager können Versorgungslücken überbrücken
Eine wichtige Reserve bilden die Schweizer Pflichtlager. Bei vorübergehenden Versorgungsengpässen können daraus gezielt Mineralölprodukte freigegeben werden, um den Markt zu unterstützen und mögliche Versorgungslücken zu überbrücken.
Die Pflichtlager für Benzin und Diesel entsprechen grundsätzlich dem durchschnittlichen Bedarf von jeweils rund viereinhalb Monaten. Damit verfügt die Schweiz über erhebliche Reserven, um bei einer aussergewöhnlichen Versorgungslage reagieren zu können.
Nach aktuellem Stand besteht jedoch keine unmittelbare Versorgungslücke. Die Behörden und die Branche beobachten die Situation weiterhin eng, insbesondere mit Blick auf die Reparaturarbeiten in Cressier und die Entwicklung der Wasserstände am Rhein.






