Wieder erschüttert eine brutale Massenentführung Nigeria.
Mindestens 52 Schüler und Lehrer eines katholischen Internats im Norden des Landes wurden verschleppt — und die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher sein.
Es ist bereits der zweite Angriff dieser Art innerhalb einer Woche.
Was bislang bekannt ist
Bewaffnete Männer stürmten am frühen Freitagmorgen die St. Mary’s Catholic School im Bundesstaat Niger. Lokale Behörden sprechen von mindestens 52 Entführten, doch Schätzungen gehen von bis zu 100 Vermissten aus.
Laut nytimes.com
Ein Sprecher der Diözese Kontagora bestätigte:
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Ein Sicherheitsbeamter der Schule wurde angeschossen.
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Mehrere Schüler konnten fliehen.
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Das genaue Ausmass sei noch unklar.
Der Angriff reiht sich ein in eine wachsende Serie von Überfällen auf Schulen im Norden und Nordwesten Nigerias.
Zweiter Angriff in einer Woche
Bereits am Montag wurden 24 muslimische Mädchen aus einer Schule im Bundesstaat Kebbi verschleppt – nur eine konnte sich in einer Toilette verstecken, mehrere entkamen während der Flucht.
Massenentführungen sind für viele Regionen Nigerias trauriger Alltag:
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bewaffnete Banden operieren weitgehend ungehindert
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schwache Sicherheitsstrukturen erleichtern Überfälle
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Lösegeldforderungen finanzieren die kriminellen Gruppen
Die wohl bekannteste Entführung ereignete sich 2014, als Boko Haram fast 300 Mädchen in Chibok verschleppte. Viele sind bis heute nicht zurückgekehrt.
Überlasteter Staat, steigende Gefahr
Schulen in den betroffenen Bezirksteilen waren bereits präventiv geschlossen, nachdem Geheimdienste Hinweise auf erhöhte Bedrohungen meldeten.
Doch die St. Mary’s School öffnete ohne Genehmigung erneut, erklärte Abubakar Usman von der Regionalregierung:
„Damit wurden Schülerinnen, Schüler und Mitarbeitende einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt.“
Die Behörden haben Such- und Rettungsteams entsandt.
Wie gross die Chance ist, die Entführten lebend zu finden, bleibt unklar.
Warum Nigeria unter internationaler Beobachtung steht
In den letzten Monaten wuchs international die Aufmerksamkeit für Gewalt und religiös motivierte Angriffe in Nigeria — angeheizt durch internationale Kommentare prominenter Stimmen.
Trump und andere öffentliche Persönlichkeiten verweisen regelmässig auf Angriffe auf christliche Gemeinden. Experten relativieren jedoch: Zwar werden Christen häufig Opfer, aber Daten zeigen keine signifikant grössere Betroffenheit im Vergleich zu anderen Gruppen.
Nigeria kämpft mit:
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bewaffneten Banden
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islamistischen Milizen
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ethnischen Konflikten
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schwachen Sicherheitsstrukturen
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wirtschaftlicher Not
Die Entführungen sind Teil eines komplexen Gewaltmusters, das alle Bevölkerungsgruppen betrifft.










