Die Migros eröffnet voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 einen weiteren unbedienten Teo-Laden in Speicher AR. Im ehemaligen Postgebäude soll auf rund 100 Quadratmetern ein rund um die Uhr geöffneter Dorfladen entstehen. Damit setzt die Migros ihre Expansion fort, obwohl das Konzept in anderen Regionen bereits auf Schwierigkeiten gestossen ist.
Neuer Teo-Laden in Speicher
Die Migros will ihr Netz an kleinen Selbstbedienungsläden weiter ausbauen. In Speicher im Kanton Appenzell Ausserrhoden soll im ehemaligen Postgebäude ein neuer Migros Teo entstehen. Die Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Der Mietvertrag zwischen der Migros und der Gemeinde läuft zunächst fünf Jahre und kann anschliessend verlängert werden. Der Standort soll die lokale Nahversorgung ergänzen und insbesondere dort eine Einkaufsmöglichkeit bieten, wo ein klassischer Supermarkt wirtschaftlich nicht ausreichend ausgelastet wäre.
Der geplante Laden umfasst rund 100 Quadratmeter. Angeboten werden mehr als 1000 Produkte des täglichen Bedarfs, darunter auch regionale Artikel. Verkaufspersonal ist vor Ort nicht vorgesehen.
Geöffnet sein soll der Teo rund um die Uhr – auch an Sonn- und Feiertagen. Für den Zutritt können Debit- und Kreditkarten sowie der Cumulus-Code verwendet werden. Bezahlt werden kann zusätzlich mit Twint und Subito Go.
Kameras und Sensoren überwachen den Betrieb. Für Warenauffüllung, Ordnung und den laufenden Betrieb ist ein eigenes Migros-Teo-Team zuständig.
Neun Standorte in der Ostschweiz
Mit dem Standort in Speicher setzt die Migros Ostschweiz ihre bisherige Expansion fort. Das Unternehmen betreibt derzeit neun Teo-Standorte in der Region.
Dazu gehören unter anderem Filialen in Altenrhein, Bürglen, Scherzingen, St. Gallen und Wetzikon sowie in Winterthur. Weitere Standorte sind geplant. In Räterschen im Kanton Zürich soll noch 2026 ein weiterer Teo-Laden eröffnet werden.
Das Konzept richtet sich vor allem an kleinere Gemeinden. Statt eines klassischen Supermarkts mit Personal und langen Öffnungszeiten soll ein kompakter, weitgehend automatisierter Laden die Versorgung mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs sicherstellen.
Für die Migros bietet das Modell zugleich die Möglichkeit, kleinere Standorte zu betreiben, an denen ein herkömmlicher Supermarkt möglicherweise nicht genügend Umsatz erzielen würde. Die Entwicklung des Formats ist allerdings nicht überall gleich erfolgreich.
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Zwei Teo-Filialen in Zürich geschlossen
In der Region Zürich hat die Migros bereits Erfahrungen mit der Schliessung von Teo-Standorten gemacht. Die beiden Filialen in Kloten und Dietlikon wurden 2025 aufgegeben, weil sich das Konzept dort nach Angaben der Migros nicht wie gewünscht entwickelte.
In der Ostschweiz fällt die Bilanz des Unternehmens dagegen positiver aus. Die Migros hält deshalb an der Expansion fest und plant weitere Standorte.
Dass Selbstbedienungsläden auf dem Land wirtschaftlich anspruchsvoll sein können, zeigt gleichzeitig das Beispiel der Berner Hofladenkette Rüedu. Das Unternehmen mit rund 20 Selbstbedienungsstandorten stellte den Betrieb Ende Juli nach einer gescheiterten Sanierung ein.
Der Verwaltungsrat reichte eine Überschuldungsanzeige ein. Gespräche mit möglichen Investoren führten nicht zur notwendigen Finanzierung. Als wesentlichen Grund für die finanzielle Schieflage nannte die Geschäftsführung die zu schnelle Expansion.
Expansion bleibt wirtschaftliches Risiko
Der Aufbau zahlreicher Standorte verursachte bei Rüedu hohe Kosten und langfristige Verpflichtungen. Für die angestrebte Sanierung fehlte zuletzt rund eine Million Franken.
Die Migros verfügt im Vergleich dazu über deutlich grössere finanzielle und logistische Ressourcen. Dennoch bleibt auch beim Teo-Modell entscheidend, ob einzelne Standorte genügend Kundinnen und Kunden erreichen und langfristig wirtschaftlich betrieben werden können.
Mit Speicher kommt nun ein weiterer Standort hinzu, an dem die Migros dieses Konzept testen und weiterentwickeln kann. Gleichzeitig hält das Unternehmen dort an einer zweiten Variante der Nahversorgung fest: Die Pläne für einen klassischen Supermarkt in Speicher bleiben bestehen.
Damit verfolgt die Migros in der Gemeinde zwei unterschiedliche Konzepte. Neben dem vollständig beziehungsweise weitgehend unbedienten Teo soll langfristig auch ein traditioneller Supermarkt zur Verfügung stehen.
Ob sich die kleinen 24-Stunden-Läden dauerhaft als Ergänzung zum klassischen Detailhandel etablieren können, wird damit vor allem von der Nutzung durch die lokale Bevölkerung und der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Standorte abhängen.






