Der US-Musikmogul Sean «Diddy» Combs soll auch im Gefängnis von ungewöhnlichen Privilegien profitieren. Mitgefangene übernehmen angeblich Hausarbeiten für ihn, während eingeschmuggelte Handys, Alkohol und weitere verbotene Gegenstände eine Rolle spielen sollen. Eine Recherche von NBC News gibt Einblicke in seinen Alltag hinter Gittern.
Sean «Diddy» Combs verbüsst seine Haftstrafe in der Federal Correctional Institution Fort Dix im US-Bundesstaat New Jersey. Obwohl der Musiker dort eine Freiheitsstrafe absitzt, soll sein Alltag laut einer Recherche von NBC News deutlich komfortabler sein als jener vieler anderer Insassen.
Vier ehemalige Mitgefangene, die mit Combs in derselben Gefängniseinheit untergebracht waren, schilderten dem US-Sender, dass andere Häftlinge regelmässig Aufgaben für den Musikmogul übernehmen. Dazu sollen das Kochen, Putzen seiner Zelle, das Bettenmachen und die Wäsche gehören. Ein Mitgefangener soll ihm ausserdem Massagen im chinesischen Stil angeboten haben.
Laut GMX konnte NBC News neben den Aussagen der Insassen auch Fotos und Videos aus der Haftanstalt auswerten. Die Recherche wirft Fragen darüber auf, wie Combs Zugang zu verbotenen Gegenständen und zusätzlichen Dienstleistungen erhalten haben könnte.
Verbotene Handys und Alkohol im Gefängnis
Besonders brisant sind die Berichte über den möglichen Besitz unerlaubter Mobiltelefone. Auf einem von NBC News ausgewerteten Video scheint Combs ein Handy zu benutzen. Mehrere Quellen behaupten zudem, er könne über eingeschmuggelte Geräte auf soziale Netzwerke wie Instagram zugreifen und dort auch Nackt- und Sexfotos ansehen, die ihm eine frühere Freundin geschickt haben soll.
Darüber hinaus soll Combs ein manipuliertes Tablet besitzen, mit dem er Filme und Dokumentationen anschauen könne. Auch der Konsum von Alkohol wird in den Aussagen ehemaliger Mitgefangener thematisiert. Demnach soll in einem kleinen Kreis an Wochenenden hochprozentiger Alkohol getrunken worden sein. Ein ehemaliger Insasse gab an, gemeinsam mit Combs Hennessy-Cognac konsumiert zu haben, der in die Haftanstalt geschmuggelt worden sein soll.
Auch das Antidepressivum Remeron soll innerhalb des Gefängnisses gehandelt werden. Den Aussagen zufolge habe Combs ebenfalls Zugang zu dem Medikament gehabt. Ob sämtliche geschilderten Vorgänge tatsächlich stattgefunden haben, ist unabhängig nicht bestätigt.
Tausende Dollar für Dienstleistungen anderer Insassen
Laut der NBC-Recherche soll Combs für die zusätzlichen Dienstleistungen monatlich Tausende Dollar aus seinem Umfeld ausserhalb des Gefängnisses erhalten beziehungsweise weiterleiten lassen. Das Geld soll auf Konten anderer Insassen eingezahlt worden sein, die im Gegenzug verschiedene Aufgaben für ihn erledigten.
Ein Sprecher von Combs wies die Berichte gegenüber NBC News zurück beziehungsweise spielte deren Bedeutung herunter. Die grosse mediale Aufmerksamkeit führe dazu, dass gewöhnliche Vorgänge im Gefängnis zu Nachrichten gemacht würden.
Das Federal Bureau of Prisons wollte sich nicht konkret zum Haftalltag des Musikers äussern. Die US-Behörde verwies auf Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen. Allgemein räumte sie jedoch ein, dass eingeschmuggelte Mobiltelefone, Drogen und andere verbotene Gegenstände eine anhaltende Herausforderung für Gefängnisse darstellten.
Diddy verbüsst eine Haftstrafe von 50 Monaten
Combs wurde im Juli 2025 in zwei Anklagepunkten wegen der Beförderung von Personen zum Zweck der Prostitution schuldig gesprochen. Von den schwerwiegenderen Vorwürfen des Sexhandels und der organisierten Kriminalität wurde er freigesprochen. Im Oktober 2025 wurde das Strafmass auf 50 Monate Haft festgelegt.
Sein voraussichtliches Entlassungsdatum wurde inzwischen mehrfach angepasst. Nach den Angaben des Federal Bureau of Prisons wird derzeit der 21. Januar 2028 als möglicher Termin geführt. Zuvor war noch Anfang Februar 2028 vorgesehen. Das Datum kann sich aufgrund verschiedener Faktoren während der Haftzeit weiterhin verändern.
Die von NBC News veröffentlichten Schilderungen werfen Fragen zur Einhaltung der Gefängnisregeln und zur Kontrolle verbotener Gegenstände auf. Ob die zuständigen Behörden aufgrund der Vorwürfe weitere Massnahmen ergreifen, ist bislang nicht bekannt.






