Das Tiefbauamt Graubünden untersucht derzeit den Untergrund entlang des geplanten Tunnels Silsersee. Insgesamt 25 Sondierbohrungen mit Tiefen von bis zu 140 Metern sollen Erkenntnisse über Fels, Lockergestein sowie Grund- und Bergwasser liefern. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die technische Machbarkeit und die weitere Projektierung.
25 Bohrungen entlang des geplanten Tunnelverlaufs
Das Tiefbauamt Graubünden führt entlang der vorgesehenen Linienführung insgesamt 25 Sondierbohrungen durch. Je nach Standort reichen die Bohrungen zwischen 30 und maximal 140 Meter tief in den Untergrund.
Damit soll der Aufbau des Berginnern im Bereich des geplanten Tunnels genauer untersucht werden. Neben dem Verlauf der Felsgrenze stehen auch die Eigenschaften und Lagerung der Lockergesteine sowie die Grund- und Bergwasserverhältnisse im Fokus.
«Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen sind entscheidend, um die technische Machbarkeit des Tunnels fundiert beurteilen und die weitere Projektierung auf eine verlässliche Grundlage stellen zu können», erklärt Kantonsingenieur Reto Knuchel.

© Cédric Wellinger, Caprez Ingenieure AG, Silvaplana
Ergebnisse können Tunnelverlauf beeinflussen
Der Tunnel Silsersee ist derzeit ungefähr auf dem gleichen Höhenniveau wie das heutige Trassee der Malojastrasse vorgesehen. Entscheidend für die weitere Planung ist, welche geologischen Verhältnisse entlang dieser Linienführung angetroffen werden.
Zeigen die Untersuchungen, dass der Tunnel überwiegend durch bautechnisch günstigen Fels führen würde, könnte dies den Bau vereinfachen und gegenüber einer Führung durch losen Gehängeschutt auch kostengünstiger sein. Sollten dagegen längere Abschnitte mit Lockergestein festgestellt werden, will das Tiefbauamt eine Verschiebung des Tunnels tiefer ins Berginnere prüfen.

© Foto: Cédric Wellinger, Caprez Ingenieure AG, Silvaplana
Bohrarbeiten dauern voraussichtlich bis Herbst
Die Sondierbohrungen werden je nach Standort mit Raupenbohrgeräten oder stationären Bohranlagen durchgeführt. Die kürzeren Bohrungen bei den beiden geplanten Portalen bei Sils/Föglias (Portal Ost) und Plaun dal Crot (Portal West) konnten bereits abgeschlossen werden.
Noch laufen die längeren Bohrungen an teilweise abgelegenen und exponierten Standorten. Die geologischen Untersuchungen sollen voraussichtlich im Herbst 2026 abgeschlossen werden.

Tunnel soll Malojastrasse langfristig sichern
Die laufenden Untersuchungen stellen noch keinen Baubeginn des Tunnels Silsersee dar. Vielmehr sollen sie die notwendigen Kenntnisse über den Untergrund liefern, damit die technische Machbarkeit und die weiteren Projektschritte fundiert beurteilt werden können.
Hintergrund des Projekts ist die langfristige Sicherung der Malojastrasse entlang des Silsersees. Die heutige Strassenverbindung ist insbesondere im Winter durch Lawinen gefährdet. Im Sommer bestehen Risiken durch Rüfen sowie Stein- und Blockschlag. Deshalb musste die Strasse in den vergangenen Jahren wiederholt für mehrere Stunden gesperrt werden.
Mit dem geplanten Tunnel soll die Strassenverbindung künftig dauerhaft aus dem gefährdeten Bereich verlegt werden. Ziel ist eine langfristig sichere und möglichst ganzjährig verfügbare Verbindung entlang des Silsersees.





