Drei Monate nach seiner spektakulären Gefangennahme steht Venezuelas Ex-Staatschef erneut vor Gericht in New York.
US-Spezialkräfte nahmen Nicolás Maduro Anfang Januar mitten in Caracas fest und flogen ihn in die USA. Der frühere Präsident spricht von Entführung – die US-Justiz von Drogenterrorismus.
Jetzt folgt der zweite Gerichtstermin im Vorverfahren.
Vorwürfe der USA gegen den Ex-Präsidenten
Die US-Behörden werfen Nicolás Maduro vor, sein Amt genutzt zu haben, um den Schmuggel grosser Mengen Kokain in die USA zu ermöglichen.
Mitangeklagt ist auch seine Ehefrau Cilia Flores. Beide plädierten bereits im Januar auf „nicht schuldig“.
Laut gmx.ch bestreitet Maduro die Vorwürfe und wirft den USA vor, ihn völkerrechtswidrig entführt zu haben.
Festnahme mitten in Caracas
In der Nacht zum 3. Januar griffen US-Spezialkräfte in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu. Seitdem sitzt das Ehepaar in Untersuchungshaft in Brooklyn, New York City.
Kritiker sehen darin einen klaren Verstoss gegen internationales Recht. Eine zentrale Frage: Hatte Maduro als Staatschef Immunität?
Die US-Regierung argumentiert, er sei nach der umstrittenen Wahl 2024 nicht mehr rechtmässig im Amt gewesen.
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Streitpunkt: Wer bezahlt die Anwälte?
Beim aktuellen Termin dürfte es vor allem um Formalitäten gehen:
- Wer übernimmt die Anwaltskosten?
- Darf die venezolanische Regierung die Verteidigung finanzieren?
- Benötigt der Anwalt eine spezielle US-Lizenz?
Den Vorsitz führt der erfahrene Richter Alvin Hellerstein.
Das „Cartel de los Soles“
Laut US-Ermittlern soll Maduro in ein Netzwerk aus Militärs und Drogenkartellen verwickelt gewesen sein – das sogenannte „Cartel de los Soles“.
Dabei handelt es sich laut Sicherheitsexperten weniger um ein klassisches Kartell, sondern um ein System, in dem Militärs kriminellen Gruppen Schutz gegen Geld bieten.
Politische Lage in Venezuela bleibt angespannt
Nach der Festnahme übernahm Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte.
Trotz einzelner Freilassungen politischer Häftlinge blieb ein echter politischer Umbruch bislang aus. Gleichzeitig lockerten die USA Teile der Sanktionen – vor allem im Ölsektor rund um den Staatskonzern PDVSA.






