Ein NATO-Partner unter Druck.
Ein US-Präsident mit Annexionsfantasien.
Und Europa, das plötzlich geschlossen reagiert.
Der Streit um Grönland eskaliert. Während Donald Trump offen mit dem Einsatz des US-Militärs droht, stellen sich Europas Staats- und Regierungschefs demonstrativ hinter Dänemark – und ziehen eine rote Linie.
Europa reagiert geschlossen auf Trumps Drohungen
Europas Staats- und Regierungschefs haben sich am Dienstagabend ungewöhnlich deutlich gegen Donald Trump positioniert. Auslöser sind Aussagen aus dem Weissen Haus, wonach die USA notfalls auch militärische Mittel einsetzen könnten, um Grönland unter ihre Kontrolle zu bringen.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten führende Politiker – darunter der britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni –, dass sie die territoriale Integrität Grönlands und die bestehenden NATO-Grenzen weiterhin verteidigen würden.
Die Spannungen hatten sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem Trumps Regierung Pläne prüfen liess, die von einem Kauf Grönlands bis hin zu einer Übernahme der Verteidigung reichen.
Laut dailymail.co.uk erklärte das Weisse Haus, der Einsatz des US-Militärs bleibe jederzeit eine Option – ungeachtet der Proteste europäischer NATO-Partner.
„Grönland gehört seinen Menschen“
In einer separaten öffentlichen Erklärung stellten sich sieben europäische Staaten – Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Dänemark – geschlossen hinter Kopenhagen.
„Grönland gehört seinen Menschen. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über ihre Angelegenheiten zu entscheiden“, hiess es. Zugleich erinnerten die Unterzeichner daran, dass die USA und Dänemark bereits 1951 ein Verteidigungsabkommen geschlossen hätten.
Die Botschaft an Washington ist eindeutig: Eine Annexion wäre ein Bruch zentraler Bündnisprinzipien.
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Trump sieht strategische Notwendigkeit
Donald Trump argumentiert, die Kontrolle über Grönland sei für die Sicherheit der NATO unerlässlich. Die mineralienreiche Insel sei angesichts wachsender Aktivitäten Chinas und Russlands in der Arktis von strategischer Bedeutung.
Er deutete an, eine Entscheidung über Grönland könne „in etwa zwei Monaten“ fallen – sobald sich die Lage in Venezuela stabilisiert habe. Seine Sprecherin Karoline Leavitt unterstrich, der Erwerb Grönlands habe „höchste Priorität für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten“.
Arktis wird zum geopolitischen Brennpunkt
Grönlands Lage nördlich des Polarkreises macht die Insel seit Jahrzehnten strategisch relevant. Während des Zweiten Weltkriegs hielten die USA Grönland besetzt, um Nordamerika zu schützen. Nach dem Kalten Krieg galt die Arktis lange als Zone der Zusammenarbeit.
Doch das schmelzende Eis verändert alles.
Neue Handelsrouten, riesige Rohstoffvorkommen und militärische Interessen rücken die Region ins Zentrum globaler Machtpolitik. China bezeichnet sich seit 2018 als „arktisnaher Staat“ und plant eine sogenannte Polare Seidenstrasse. Russland hat seine Militärpräsenz massiv ausgebaut und mehrere Stützpunkte reaktiviert.
NATO-Schlüsselregion mit militärischer Bedeutung
Die USA betreiben in Nordwestgrönland die Weltraumstation Pituffik, die Raketenwarn- und Überwachungsaufgaben für die NATO übernimmt. Zudem sichert Grönland einen Teil der sogenannten GIUK-Lücke (Grönland–Island–Vereinigtes Königreich), ein zentrales Überwachungsgebiet für russische Marinebewegungen.
Dänemark reagiert ebenfalls: Mit einem Investitionspaket von rund 2,3 Milliarden US-Dollar werden neue Kriegsschiffe, Überwachungsdrohnen und Satellitenkapazitäten aufgebaut. Eliteeinheiten wie die Sirius-Hundeschlittenpatrouille sichern die dänische Souveränität in der arktischen Wildnis.










