Der Schweizer Wohnungsmarkt wird weiter angespannter: Am 1. Juni 2026 standen landesweit 45’493 Wohnungen leer. Die Leerwohnungsziffer sank damit auf 0.93 Prozent und lag erstmals unter der Marke von einem Prozent. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der leer stehenden Wohnungen um 2962 beziehungsweise 6.1 Prozent ab.
Damit setzte sich der seit Jahren beobachtete Trend fort. Die Leerwohnungsziffer sank bereits zum sechsten Mal in Folge. Seit 2021 hat sie sich um insgesamt 0.79 Prozentpunkte verringert.
Von den 45’493 leer stehenden Wohnungen waren 34’690 zur Miete ausgeschrieben. Weitere 10’803 Wohnungen standen zum Kauf. Bei den Mietwohnungen ging der Leerstand gegenüber dem Vorjahr um 6.7 Prozent zurück, bei den zum Kauf angebotenen Wohnungen um 4.1 Prozent.
Weniger Leerstand in fast allen Regionen
Der Rückgang zeigte sich in sechs der sieben Schweizer Grossregionen. Besonders deutlich sank die Leerwohnungsziffer in der Ostschweiz, der Nordwestschweiz und im Tessin.
Eine Ausnahme bildete die Grossregion Zürich. Dort stieg die Leerwohnungsziffer leicht auf 0.52 Prozent. Insgesamt wiesen 15 Kantone eine Quote von weniger als einem Prozent auf.
Am knappsten ist der Wohnraum im Kanton Zug. Dort lag die Leerwohnungsziffer bei lediglich 0.20 Prozent. Es folgten Genf und Obwalden. Deutlich mehr freie Wohnungen gab es dagegen im Jura mit einer Quote von 3.35 Prozent sowie in Solothurn mit 1.91 Prozent.
Auch bei den verschiedenen Wohnungsgrössen ging der Leerstand zurück. Prozentual am stärksten war der Rückgang bei Zweizimmerwohnungen. Absolut betrachtet standen jedoch Drei- und Vierzimmerwohnungen am häufigsten leer.
Auch Einfamilienhäuser und Neubauten betroffen
Der rückläufige Leerstand zeigte sich ebenfalls bei den Kaufobjekten. Am Stichtag waren 6496 Einfamilienhäuser unbewohnt. Hinzu kamen 3910 Neubauwohnungen, die nicht älter als zwei Jahre waren und noch keinen Bewohner gefunden hatten.
Parallel zur zunehmenden Wohnraumknappheit hat sich auch die Eigentümerstruktur bei Mietwohnungen verändert. Zwischen 2000 und 2023 stieg der Anteil institutioneller Eigentümer wie Pensionskassen, Versicherungen und Immobiliengesellschaften von rund 31 auf 44 Prozent.
Damit nahm ihr Gewicht am Mietwohnungsmarkt deutlich zu, während der Anteil gemeinnütziger Wohnbauträger und privater Eigentümer zurückging.
Mieterverband warnt vor hohen Mieten
Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband sieht die Entwicklung kritisch. Mehr Wohnungsbau führe nicht automatisch zu mehr bezahlbarem Wohnraum, argumentiert der Verband. Ein wesentlicher Teil der neu erstellten Wohnungen entstehe im Hochpreissegment.
Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum zunehmend aus dem Angebot. Der Mieterverband kritisiert zudem, dass gewisse Vermietende die angespannte Situation ausnutzten, missbräuchlich hohe Mieten verlangten und gesetzliche Renditebegrenzungen missachteten.
Die Entwicklung der Leerwohnungsziffer zeigt damit eine zunehmende Knappheit auf dem Schweizer Wohnungsmarkt. Besonders in wirtschaftlich starken Regionen wird es für Wohnungssuchende schwieriger, freie und gleichzeitig bezahlbare Wohnungen zu finden.






