Wenn 25 Jahre Ruhestand zur Finanzfrage werden
Viele Menschen planen ihre Pensionierung mit 65 Jahren – doch immer mehr leben deutlich länger als erwartet.
Eine neue Studie zeigt: Für einen langen Ruhestand könnte das angesparte Geld bei vielen Schweizerinnen und Schweizern knapp werden.
Lebenserwartung verändert die Altersvorsorge
Laut der Longevity-Studie 2026 der Hochschule Luzern (HSLU) verbringen Menschen heute deutlich mehr Jahre im Ruhestand als frühere Generationen.
Seit Einführung der AHV im Jahr 1948 hat sich die Lebenserwartung im Alter stark erhöht.
Heute gilt:
- Frauen mit 65 Jahren leben durchschnittlich noch rund 23 Jahre
- Männer können mit mehr als 20 weiteren Jahren rechnen
- Etwa die Hälfte der 65-jährigen Frauen erreicht das 90. Lebensjahr
- Männer erreichen gemäss Studie häufig mindestens das 87. Altersjahr
Das grösste Risiko: Ein zu kurz geplanter Ruhestand
Viele Berechnungen orientieren sich an der durchschnittlichen Lebenserwartung.
Doch genau das kann laut Expertinnen und Experten problematisch sein.
Anina Hille, Finanzexpertin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern, warnt:
Ein bedeutender Teil der heutigen 65-Jährigen habe eine realistische Chance, deutlich älter zu werden als der Durchschnitt.
Eine Million Franken Finanzierungslücke möglich
Die Studie zeigt anhand eines Beispiels mit mittlerem Einkommen, wie stark wenige zusätzliche Lebensjahre ins Gewicht fallen können.
Die mögliche Finanzierungslücke zwischen:
- AHV-Rente
- Pensionskassenleistungen
- laufenden Lebenshaltungskosten
kann stark steigen:
| Lebensalter | Finanzbedarf aus Erspartem |
|---|---|
| 85 Jahre | ca. 728’000 Franken |
| 90 Jahre | ca. 921’000 Franken |
| 100 Jahre | ca. 1,32 Millionen Franken |
Nicht nur das Alter, auch Gesundheit kostet
Ein längeres Leben bedeutet nicht automatisch mehr gesunde Jahre.
Gerade im hohen Alter können zusätzliche Kosten entstehen:
- Pflegeleistungen
- medizinische Versorgung
- altersgerechtes Wohnen
- Betreuungskosten
Diese Ausgaben können den finanziellen Bedarf deutlich erhöhen.
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Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung
Die HSLU sieht deshalb die persönliche Vorsorge als wichtigen Faktor.
Wer früh beginnt, Vermögen aufzubauen, kann die Risiken besser abfedern.
Wichtige Punkte:
- frühzeitig sparen
- langfristig investieren
- Vorsorgelücken prüfen
- finanzielle Planung regelmässig anpassen
Alternde Gesellschaft als wirtschaftlicher Trend
Die steigende Lebenserwartung verändert nicht nur die private Finanzplanung.
Auch:
- AHV
- Pensionskassen
- Gesundheitswesen
- Wirtschaft
stehen vor neuen Herausforderungen.
Die HSLU bezeichnet «Longevity» – also die zunehmende Lebenserwartung – als einen wichtigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trend des 21. Jahrhunderts.






