Vom Urlaubstraum zum Ausnahmezustand: In Kroatien sorgt das Winterwetter für massive Probleme.
Schneemassen, Eisregen und Sturmböen legen Strassen, Bahnstrecken – und sogar die Adria lahm.
Schnee-Chaos legt Kroatien lahm
Bereits am Dienstag (6. Januar) fielen in den Bergregionen über 60 Zentimeter Neuschnee, in Städten wie Zagreb und Karlovac wurden zwischen 20 und 29 Zentimeter gemessen. Besonders betroffen war die Autobahn A1, die wichtigste Verkehrsverbindung des Landes. Zeitweise wurde sie für alle Fahrzeuggruppen gesperrt – inklusive Lastwagen und Sattelzügen.
In Zagreb sind laut jutarnji.hr mehr als 400 Räumteams im Dauereinsatz, um die rund 2500 Kilometer Stadtstrassen befahrbar zu halten.
Eingeschneit, gestrandet – und ein gesunkenes Boot
Auch die Küstenregionen litten. In Dubrovnik wurde ein Schulhof überflutet, in Lapad kam es zu kleineren Erdrutschen. Zwischen Orsan und Mandrač kenterte ein acht Meter langes Schnellboot in der Adria – Sturm und hohe Wellen machten jede Rettung unmöglich.
Zug-Odyssee: 12 Stunden bei Kälte und ohne Essen
Am Bahnhof Knin strandete am Sonntagabend der Zug 523 aus Zagreb. Ein geplatztes Fenster im Führerstand sorgte bei Minusgraden für einen technischen Ausfall.
Die Passagiere sassen über Nacht ohne Verpflegung fest. Erst am nächsten Morgen um 8:21 Uhr konnte der Zug weiterfahren. Wie Slobodna Dalmacija berichtet, waren Ersatzlösungen nicht möglich – die Strecke war wegen Sturms und vereister Schienen zu gefährlich.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
A1 wieder befahrbar – mit Einschränkungen
Teile der Autobahn A1 sind inzwischen für Pkw wieder freigegeben, allerdings nur mit Winterausrüstung. Lkw mit Anhängern und Sattelzügen dürfen weiterhin nicht passieren. Streufahrzeuge sind ununterbrochen im Einsatz, die Glätte bleibt ein Risiko.
Meteorologen warnen: Eisregen und Orkanböen
Laut dem kroatischen Wetterdienst DHMZ zieht eine starke bis stürmische Bora über die Adriaküste. Im Velebit-Kanal wurden Böen bis zu 85 Knoten gemessen. Schnee wird teilweise bis nach Dalmatien verweht – verbunden mit Eisregen, der den Boden in eine unsichtbare Eisschicht verwandelt.
Am Donnerstag (8. Januar) drohen entlang der Adria orkanartige Böen bis 130 km/h und zweistellige Minusgrade. Die Behörden bitten eindringlich, Reisen nur im Notfall anzutreten.
Ausnahmezustand im Urlaubsparadies
Von der Adriaküste bis ins kroatische Inland herrscht Chaos. Gesperrte Autobahnen, stillstehende Züge und gesunkene Boote zeigen: Dieses Wetterereignis ist mehr als nur ein Wintereinbruch.










