Mehr Straftaten, weniger Aufklärung – Polizei schlägt Alarm
Die Zahlen sind deutlich – und sie machen nachdenklich.
Im Kanton Obwalden ist die Kriminalität erneut gestiegen. Besonders auffällig: Digitale Straftaten nehmen rasant zu.
Mehr Straftaten als je zuvor
Die aktuelle Statistik zeigt:
- 1778 Straftaten im Jahr 2025
- +6 % gegenüber dem Vorjahr
- Neuer Höchstwert im Kanton
Die sogenannte Häufigkeitsziffer liegt neu bei 44.8 Straftaten pro 1000 Einwohner –
damit:
- unter dem Schweizer Schnitt (61.3)
- aber über der Zentralschweiz (42.8)
Cybercrime wächst am schnellsten
Der grösste Treiber der Entwicklung ist die digitale Kriminalität:
- 410 Fälle im Jahr 2025
- +39 % im Vergleich zum Vorjahr
Besonders auffällig:
- Phishing: +166 % (125 Fälle)
- Cyberbetrug: +24 % (218 Fälle)
- Verbotene Pornografie: deutlicher Anstieg
Die Polizei geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch viel höher sind – viele Fälle werden gar nicht gemeldet.
Gewalt und Sexualdelikte nehmen zu
Auch klassische Delikte steigen:
Gewaltstraftaten
- 139 Fälle (+4 %)
- Häusliche Gewalt: +34 %
Sexualdelikte
- +37 % (41 Fälle)
- darunter:
- 3 Vergewaltigungen
- 1 sexuelle Nötigung
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Einbrüche und Ladendiebstahl steigen stark
Bei Vermögensdelikten zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Einbruchdiebstahl: +106 % (70 Fälle)
- Ladendiebstahl: fast verdoppelt
- Diebstahl aus Fahrzeugen: stark rückläufig
Aufklärungsquote sinkt – bleibt aber über CH-Schnitt
Die Aufklärungsquote ist gesunken:
- 44.2 % (Vorjahr: 54 %)
Grund dafür:
- neue Erfassung bei Cyberdelikten
- zuvor statistisch verzerrt
Trotzdem liegt Obwalden weiterhin über dem Schweizer Durchschnitt (38.7 %).
Polizei warnt vor Phishing
Die Kantonspolizei Obwalden gibt klare Tipps:
- Websites immer direkt aufrufen
- Keine Links in E-Mails anklicken
- Keine sensiblen Daten weitergeben
- Vorsicht bei Anrufen
Weitere Infos:
- Schweizerische Kriminalprävention
- cybercrimepolice.ch
Neue Bedrohung kommt aus dem Netz
Die Zahlen zeigen klar:
Die Zukunft der Kriminalität ist digital.
Während klassische Delikte weiter bestehen, verlagert sich die Gefahr zunehmend ins Internet – oft unsichtbar und schwer aufklärbar.







