Eine Meerenge wird zur globalen Krisenzone
Die Strasse von Hormus ist einer der wichtigsten Schifffahrtskorridore der Welt.
Als der Konflikt im Nahen Osten eskalierte, wurde sie mehrfach gesperrt – mit massiven Folgen für den Welthandel.
Gesperrt, geöffnet, wieder geschlossen: Die Lage bleibt instabil.
Warum die Strasse von Hormus so wichtig ist
Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist zentral für den globalen Öl- und Warenverkehr.
Täglich passieren hier:
- Öltanker mit Energie für Europa und Asien
- Containerschiffe mit Gütern aus aller Welt
- Versorgungsschiffe für den Nahen Osten
Eine Blockade wirkt sich deshalb unmittelbar auf Preise und Lieferketten aus.
Wie eine Blockade möglich ist
Die Strasse ist an ihrer engsten Stelle rund 40 Kilometer breit. Eine vollständige physische Sperrung ist kaum möglich.
Stattdessen kommen verschiedene Mittel zum Einsatz:
- Seeminen
- Drohungen per Funk
- Patrouillenboote und Kriegsschiffe
- Raketen- und Drohneneinsätze
- Beschlagnahmung einzelner Tanker
Die Wirkung entsteht vor allem durch Unsicherheit und Risiko für die Schifffahrt.
Eskalation im Februar: Beginn der Krise
Ende Februar eskaliert die Lage nach militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran.
Der Iran reagiert mit der Sperrung der Meerenge. Der Schiffsverkehr kommt weitgehend zum Stillstand.
Laut Schätzungen befinden sich zeitweise:
- rund 150 Containerschiffe im Persischen Golf
- hunderte Tanker und Frachter
- etwa 20’000 Seeleute betroffen
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Öffnung und erneute Sperrung
Im Verlauf der Krise kommt es mehrfach zu kurzfristigen Änderungen.
April: kurze Öffnung und sofortige Rücknahme
Nach einer angekündigten Öffnung wird die Strasse erneut gesperrt. Es kommt zu Schüssen auf Schiffe, Verletzte gibt es keine.
Juni: Abkommen und erneute Eskalation
Nach einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran wird die Meerenge wieder geöffnet.
Doch nur zwei Tage später folgt erneut eine Sperrung durch die iranische Revolutionsgarde – mit Verweis auf neue militärische Spannungen in der Region.
Wiederöffnung nach Verhandlungen
Nach internationalen Gesprächen wird die Strasse erneut geöffnet. Die USA und der Iran einigen sich auf ein Rahmenabkommen zur Sicherung der Schifffahrt.
Internationale Seeschifffahrts-Organisation spricht weiterhin von einer angespannten Lage und betont die Risiken für die globale Schifffahrt.
Trotz Öffnung bleiben zahlreiche Schiffe vorerst blockiert.
Wirtschaftliche Folgen
Die Auswirkungen sind enorm:
- rund 1’150 Schiffe zeitweise blockiert
- geschätzte Waren im Wert von 125 Milliarden US-Dollar betroffen
- wochenlange Verzögerungen im globalen Handel
Versicherer und Reedereien warnen vor steigenden Kosten und höheren Risiken für die Schifffahrt.
Fragile Ruhe statt Stabilität
Auch nach der letzten Öffnung bleibt die Lage unsicher. Militärische Präsenz in der Region ist weiterhin hoch.
Beobachter gehen davon aus, dass jede neue Eskalation den Schiffsverkehr erneut gefährden könnte.






